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Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

VNW-Direktor Andreas Breitner: „Wer einen Mietendeckel umsetzt, bringt soziale Vermieter in Insolvenzgefahr.“

33/2026

Die SPD will sich innerhalb der Bundesregierung für die Einführung eines sogenannten Mietendeckels einsetzen. Generalsekretär Tim Klüssendorf sagte, man wolle dieses Thema auf die Tagesordnung bringen. „Wir wollen die Bundesländer in die Lage versetzen, dass sie selber über einen Mietendeckel entscheiden können.“ Klüssendorf warb dafür, das Instrument ernsthaft zu prüfen.

Dazu erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW):

„So wenig zählt also das Wort eines schleswig-holsteinischen Spitzenpolitikers. Noch vor wenigen Wochen hat Tim Klüssendorf auf der Mitgliederversammlung des VNW-Landesverbands Schleswig-Holstein erklärt, die Belange der sozialen Vermieter besonders zu berücksichtigen. In der Diskussion zeigte er sich für eine pragmatische Wohnungspolitik offen.

Und jetzt erklärt er die Einführung eines Mietendeckels zum Ziel. Mehr Ideologie geht nicht. Vor allem aber schadet ein Mietendeckel sozialen Vermietern, die auf eine faire und bezahlbare Miete achten. Sie werden es sein, die einen Mietendeckel wirtschaftlich nicht überleben und dadurch in die Insolvenz geschickt werden.

Betriebswirtschaftliches Einmaleins

Wie soll das gehen? Durch einen Mietendeckel soll ein Wohnungsunternehmen die Miete nicht mehr erhöhen dürfen. Zugleich muss ein Unternehmen höhere Baupreise, höhere Preise für Dienstleistungen und höhere Löhne für seine Beschäftigten bezahlen. Es ist betriebswirtschaftliches Einmaleins, dass diese Rechnung nicht aufgehen kann.

Wenn Tim Klüssendorf meint, kommunale Wohnungsunternehmen und Wohnungsgenossenschaften hätten einen prall gefüllten und ständig wachsenden Geldsack im Keller, den sie mit den Mieten „füttern“, dann liegt er sowas von falsch. Soziale Vermieter nutzen die Mieten, um ihre Kosten zu decken und den Bau neuer Wohnungen zu finanzieren. Ihnen geht es gerade nicht um eine Maximalrendite.

Grundlage der sozialen Wohnungswirtschaft wird zerstört

Wer den Menschen etwas anderes einreden will, der nimmt die Realität nicht zur Kenntnis oder – was genauso schlimm ist – sagt wissentlich die Unwahrheit. Deutschland ist weltweit eines der wenigen Länder mit einer funktionierenden sozialen Wohnungswirtschaft. Wer diesen am Gemeinwohl orientierten Unternehmen die Geschäftsgrundlage zerstört, der zieht ihnen den Boden unter den Füßen weg.

Bei der Mietenentwicklung die Fakten beachten

Die Idee des Mietendeckels fußt auf der Behauptung, dass die Mieten in den vergangenen Jahren überproportional gestiegen seien. Wer die offiziellen Zahlen unvoreingenommen zur Kenntnis nimmt, kommt jedoch zu einer anderen Einschätzung. So wird die Entwicklung der Bestandsmieten unter anderem über Mietspiegel gemessen.

Zwischen 2014–2025 lag der Anstieg hier laut Destatis bei durchschnittlich 1,6 Prozent jährlich, die allgemeine Inflation lag bei durchschnittlich 2,3 Prozent pro Jahr. Die vom Vermieter zu tragenden Instandhaltungskosten von Wohngebäuden stiegen in diesem Zeitraum um durchschnittlich 6,5 Prozent jährlich. Die Bauwerkskosten legten im Durchschnitt um knapp acht Prozent pro Jahr zu.

Nebenbei bemerkt: Die öffentlichen Gebühren steigen seit vielen Jahren, nicht selten überproportional. Von einer Forderung nach einem Gebührendeckel aber habe ich noch nichts gehört.

In der Auseinandersetzung mit populistischen Parteien weist Tim Klüssendorf gebetsmühlenartig darauf hin, dass Populisten aus dem anderen politischen Lager Fakten ignorierten und verdrehten. Es wäre gut, wenn Tim Klüssendorf sich in der Frage des Mietendeckels selbst an offiziell verkündete Fakten und nicht an eine „gefühlte Wahrheit“ halten würde.

VNW-Unternehmen garantieren seit mehr als 125 Jahren bezahlbaren Wohnraum

Dem VNW gehören Wohnungsunternehmen an, die im Norden Deutschlands seit mehr als 125 Jahren bezahlbaren Wohnraum garantieren. Selbst in schwierigsten Zeiten boten unsere Unternehmen den Menschen verlässlich ein Dach über dem Kopf. Sie haben die Mieten genutzt, um den Wohnungsbestand in Schuss zu halten und neue, bezahlbare Wohnungen zu bauen – in den vergangenen zehn Jahren mehrere Hunderttausend.

Für die gemeinwohlorientierte Wohnungswirtschaft ist Wohnraum ein Sozialgut. Das ergibt sich schon aus ihren Unternehmenssatzungen. Es wäre gut, wenn Tim Klüssendorf sich mal die eine oder andere Genossenschaftssatzung anschauen würde. Dann würde ihm klar, dass der Vorschlag eines Mietendeckels jene Unternehmen ins Herz trifft, die Menschen mit wenig Einkommen ein sicheres Zuhause garantieren.“

Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) vertritt in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein insgesamt 489 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 760.000 Wohnungen leben rund zwei Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 7,69 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg@vnw.de

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