Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.
VNW-Direktor Andreas Breitner: Olympische Sommerspiele sind eine Chance für das bezahlbare Wohnen
30/2026
Hamburg. Die sozialen Vermieter Hamburgs sehen in olympischen Sommerspielen in Hamburg eine Chance für das bezahlbare Wohnen.
„Es kommt darauf an, was wir aus Olympia machen“, sagt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW). „Alle Forschungsergebnisse ergeben ein differenziertes Bild: Demnach führen Olympische Spiele nicht zwangsläufig zu Mietsteigerungen. Allerdings zeigten sich überall da, wo der Wohnungsmarkt sich selbst überlassen wurde, erhebliche Auswirkungen: von Mietsteigerungen bis zur Verdrängung alteingesessener Mieter.“
Hamburg tue gut daran, frühzeitig nicht nur von Stadtentwicklung zu reden, sondern diese im Sinne aller Bürgerinnen und Bürger in die Tat umzusetzen. „Wenn man so will, haben die Olympischen Sommerspiele bereits begonnen“, sagt VNW-Direktor Andreas Breitner. „Die Errichtung und der Erhalt bezahlbaren Wohnraums sind eine Daueraufgabe.“
Laufende Stadtentwicklung nicht vergessen
Es sei richtig, das geplante olympische Dorf so zu konzipieren, dass es nach den Spielen als bezahlbarer Wohnraum genutzt werden könne, sagt der VNW-Direktor. „Vom Olympischen Dorf zu einem modernen Stadtteil. Hamburg kann der Welt zeigen, wie das geht.“, sagt Andreas Breitner.
Die Baubehörde treibe große Stadtentwicklungsprojekte in Altona, Wilhelmsburg und Bergedorf voran. „Hier würde man zum Zeitpunkt der Olympischen Spiele Ende der 2030er oder Anfang der 2040er Jahre bereits wohnen. Zudem gibt es in der Hansestadt eine Vielzahl von Regeln, die ‚Wild-West‘ auf dem Wohnungsmarkt verhindern.“
Hamburg ist seit vielen Jahren eine attraktive Stadt
Natürlich würden Olympische Spiele die Attraktivität Hamburgs erhöhen und möglicherweise den Zuzug verstärken. „Allerdings liegt die Zahl der Zuzüge seit vielen Jahren über der Zahl der Fortzüge. Vor allem für junge Menschen besitzt die Hansestadt eine enorme Anziehungskraft“, sagt VNW-Direktor Andreas Breitner. Der größte Teil der Zuwanderung stamme allerdings aus dem Ausland, was mit der positiven wirtschaftlichen Dynamik zu tun habe.
„Hamburg ist also auch ohne Olympische Sommerspiele eine attraktive Stadt. Zugleich, das belegt die auf fast 300.000 real abgeschlossenen Mietverträgen beruhende Mietenstudie aus dem vergangenen Herbst, liegt die monatliche Nettokaltmiete im Durchschnitt bei 9,11 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche – und damit deutlich unter den Werten anderer europäischer Metropolen. Die Neuvertragsmiete liegt bei durchschnittlich 10,13 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Wenn es gelingt, auch im Zuge von Olympia die gemeinwohlorientierte Wohnungswirtschaft stärker ins Bauen zu bringen, wird mehr bezahlbarer Wohnraum entstehen.“
Wissenschaftliche Untersuchungen hätten gezeigt, dass signifikante Mietsteigerungen nicht zwangsläufig das Ergebnis Olympischer Spiele seien, sagt der VNW-Direktor. „Allerdings gehört zur Wahrheit, dass Gentrifizierung und Verdrängung einkommensschwacher Mieterinnen und Mieter immer dann auftreten, wenn die Städte die sozialen Herausforderungen zu wenig beachten oder gar ignorieren. In dieser Frage sehe ich Hamburg aber gut aufgestellt. Olympia ist auch für das bezahlbare Wohnen eine Chance und kein Problem.“
06/05/2026
Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) vertritt in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein insgesamt 489 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 760.000 Wohnungen leben rund zwei Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 7,69 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.
V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg@vnw.de