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Bestandserhaltende Vermieter fordern mehr Kontrolle von Anbietern von Fernwärme

  1. VNW-Direktor Andreas Breitner: "Alle Energiekosten brauchen Transparenz. Preissteigerungen müssen erklärbar und nachvollziehbar sein."
  2. "Wir brauchen eine unabhängige Behörde, die ständig die Preise für Fernwärme beobachtet, kontrolliert und umgehend eingreift, wenn zu Lasten der Verbraucherinnen und Verbraucher Reibach gemacht wird.
  3. "Derzeit herrscht bei Mieterinnen und Mietern große Verunsicherung."

139/2022

Angesichts teils drastisch gestiegener Fernwärmepreise mehrt sich in der Politik der Ruf nach einem Einschreiten des Bundeskartellamts. Die Behörde müsse auch bei der Fernwärme darauf achten, dass der Wettbewerb gewahrt bleibe, heißt es. Beklagt wird eine mangelnde Preistransparenz.

Dazu erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW):

„Alle Energiekosten brauchen Transparenz. Preissteigerungen müssen erklärbar und nachvollziehbar sein. Da, wo dies nicht nachvollziehbar ist, muss eingegriffen werden. Dafür allein auf das Kartellamt zu setzen, das aus meiner Sicht zu selten und zu spät eingreifen würde, reicht nicht aus. Wir brauchen eine unabhängige Behörde, die ständig die Preise für Fernwärme beobachtet, kontrolliert und umgehend eingreift, wenn zu Lasten der Verbraucherinnen und Verbraucher Reibach gemacht wird.

Vor allem in Mecklenburg-Vorpommern sind viele Mieterinnen und Mieter an ein Fernwärmenetz angeschlossen. Was für die Energiewende eine sehr gute Grundlage ist – mit der Dekarbonisierung von Fernwärme lassen sich viele Haushalte erreichen – ist für die Nutzerinnen und Nutzer ein Problem: sie können nicht mal eben den Anbieter wechseln, wenn sie unzufrieden sind.

Dieses ‚naturgebene‘ Ungleichgewicht zwischen Anbieter und Nutzer muss dadurch geheilt werden, dass die die Unternehmen permanent kontrolliert werden. Sie müssen der Öffentlichkeit ihre Kostenstruktur darlegen und nachvollziehbar begründen, warum sie ihre Preise erhöhen wollen. Nur dann werden die Menschen es auch akzeptieren.

Derzeit herrscht bei vielen Mieterinnen und Mietern große Verunsicherung und Verärgerung. Wenn Energieversorger ankündigen, dass die Fernwärmekosten sich auf einen Schlag verdreifachen oder sogar vervierfachen, dann wirft das Fragen auf. Eine Preisexplosion dieser Wucht lässt sich auch in Zeiten allgemein steigender Energiepreise beim besten Willen nicht vermitteln.

Ich habe die Sorge, dass in manchen Fällen ein großer Teil des Problems hausgemacht ist, weil die betreffenden Energieversorger eine Beschaffungsstrategie verfolgt haben, die nun die Vermieter und Mieter ausbaden sollen. Das ist nicht hinnehmbar.

Die bestandserhaltenden Vermieter haben die explodierenden Fernwärmepreise nicht zu verantworten. Der Preisanstieg verteuert aber das Wohnen und ist sozialer Sprengstoff. Wer in einer kalten Wohnung leben soll, den wird man über Kurz oder Lang auch mit Klimaschutzanforderungen nicht mehr erreichen. Wenn die Fernwärme auch für die Energiewende ein wesentlicher Bestandteil bleiben soll, muss jetzt gehandelt werden.“

22/11/2022

Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) vertritt in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein insgesamt 406 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 686.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 6,26 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg@vnw.de

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