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05.02.2020 – 16:24

Bergwaldprojekt e.V.

PRESSEMITTEILUNG: Bergwaldprojekt e.V. pflanzt mit hunderten Freiwilligen über 37.000 Bäume zur Förderung einer naturnahen Waldentwicklung im April in Braunlage
Harz

PRESSEMITTEILUNG: Bergwaldprojekt e.V. pflanzt mit hunderten Freiwilligen über 37.000 Bäume zur Förderung einer naturnahen Waldentwicklung im April in Braunlage / Harz
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Klimawandel: 300.000 Hektar Wald in Deutschland abgestorben - hunderte Ehrenamtliche pflanzen mit dem Bergwaldprojekt e.V. in der 30. Projektsaison des Vereins allein in Braunlage über 37.000 Bäume zur Förderung einer naturnahen Waldentwicklung vor Ort

Sie sind herzlich eingeladen, bei dem Einsatz oder einem der Pressetermine vorbeizuschauen und zu berichten.

Klimawandel: 300.000 Hektar Wald in Deutschland abgestorben - hunderte Ehrenamtliche pflanzen mit dem Bergwaldprojekt e.V. in der 30. Projektsaison des Vereins allein in Braunlage über 37.000 Bäume zur Förderung einer naturnahen Waldentwicklung vor Ort

Würzburg / Braunlage, 5.02.2020

Der Wald in der Klimakrise

Die Klimakrise hat uns längst erreicht. 300.000 Hektar Wald sind in Deutschland infolge der Dürrejahre 2018 und 2019 abgestorben. Die Ursachen sind menschengemacht. Fichten- und Kiefernmonokulturen, die mehr als die Hälfte der deutschen Wälder ausmachen, sind am stärksten gefährdet. Das Bergwaldprojekt e.V. engagiert sich seit 30 Jahren mit tausenden Freiwilligen jährlich für den naturnahen Waldumbau von labilen Nadelholzforsten hin zu klimastabilen Mischwäldern mit der Pflanzung und dem Schutz von standortheimischen Baumarten, um die unverzichtbaren Schutzfunktionen unserer Wälder für Trinkwasser, Klima, saubere Luft, Artenvielfalt etc. zu erhalten.

Situation am Wurmberg und Bergwaldprojekt-Pflanzcamp

Der Wurmberg (971 m) ist der höchste Harzer Berg in Niedersachsen. Seit 1992 arbeitet das Bergwaldprojekt e.V. im Revier Braunlage (Niedersächsisches Forstamt Bad Lauterberg) u. a. am ökologischen Waldumbau vor Ort. Der Anteil der Fichte lag damals als direkte Folge des Bergbaus, der seit Anfang des 16. Jahrhunderts im gesamten Gebiet intensiv betrieben wurde, bei etwa 85 %. Holz war der wichtigste Bau- und Betriebsstoff; aufgrund der übermäßigen Holznutzung wurde ab 1730 großflächig mit der schnellwüchsigen "Flachlandfichte" aufgeforstet. Typisch für den Harz waren ursprünglich Mischwälder aus Buche und Bergahorn, die bis fast 700 Meter Höhe hinauf reichten. Erst in höheren Lagen trat natürlicher Bergfichtenwald auf. Heute beherrschen ab 400 Meter Fichtenbestände das Bild.

Der fortschreitende Klimawandel und speziell die beiden letzten heißen Sommer 2018 und 2019 führten dazu, dass aufgrund von Trockenschäden, Sturmwurf und Borkenkäferkalamitäten über 1.500 ha Wald im Forstamt Bad Lauterberg abgestorben sind - davon über 100 ha im Bereich des Wurmbergs. Weil die befallenen Bäume (Fichtenborkenkäfer Buchdrucker und Kupferstecher) entnommen wurden, sind große Freiflächen entstanden, die nun zum Teil ein waldfeindliches Klima aufweisen, das zu Strahlungsfrost, Vergrasung, Verminderung des Nährstoffgehalts von Böden und Trockenheit führen kann.

Um auf den devastierten Fichtenflächen eine naturnahe Waldentwicklung zu fördern, wird das Bergwaldprojekt e.V. vom 12. April bis 2. Mai 2020 im Rahmen eines Pflanzcamps mit hunderten Freiwilligen zum 30-jährigen Jubiläum des Vereins am Wurmberg über 37.000 standortheimische Bäume pflanzen. Die Freiflächen werden mit Vorwaldbaumarten wie Schwarzerle, Grauerle und Sandbirke bepflanzt. In den noch vorhandenen Schattbereichen werden Weißtannen und Buchen gesetzt. Auf kleineren Freiflächen wird Bergahorn gepflanzt. Mithilfe dieser Maßnahmen wird ein waldfreundlicheres kühles Klima auf den Flächen erzeugt und der lebenswichtige Humus erhalten. Die Wurzeln der Erlen sichern und verbessern über Strahlenpilze den Boden. Um das gesunde Aufwachsen der Hauptbaumarten Tanne, Buche und Bergahorn zu gewährleisten, werden Teilflächen gegen Wildverbiss ebenfalls von den Freiwilligen eingezäunt und bei der Tanne Einzelschutz durchgeführt. Peter Naumann, Vorstand Öffentlichkeitsarbeit und CSR des Bergwaldprojekt e.V.: "Gemeinsam mit dem niedersächsischen Forstamt Bad Lauterberg wird ein wertvoller Beitrag für den Erhalt des Waldes und die Förderung gemischter, stabiler und artenreicher Wälder der Zukunft geleistet."

Die Pflanzungen am Wurmberg werden von der Deutschen Bahn mit 20.000 Bäumen und von der Commerzbank mit 15.000 Bäumen unterstützt. Zusätzlich wurden mehrere 1000 Bäume von Privatpersonen und weiteren Unternehmen gespendet.

Der geschäftsführende Vorstand des Vereins, Stephen Wehner, über den Einsatz: "Die letzten Jahre haben hier am Wurmberg und auch weltweit eindeutig gezeigt, welche Auswirkungen der Klimawandel auf unsere Mitwelt hat - die Zeit drängt. Das Pflanzcamp im Harz zu unserer 30. Projektsaison setzt auch den dramatischen Nachrichten, die uns tagtäglich erreichen, konkret etwas entgegen: Hunderte Ehrenamtliche übernehmen mit dem Bergwaldprojekt kollektiv Verantwortung und setzen sich selbstwirksam für den Schutz und Erhalt des Ökosystems Wald am Wurmberg und damit auch für den Erhalt unserer Lebensgrundlagen ein. Die große Beteiligung, bei der Pflanzung mitzuwirken, zeigt, dass vielen Menschen bewusst ist, dass ein Weiter-wie-bisher nicht mehr möglich ist. Diese große Bereitschaft zum Wandel sollte auch der Regierung Mut machen, die notwendigen Maßnahmen für einen wirksamen Klimaschutz umzusetzen."

Termine Pflanzcamp in Braunlage

Drei Einsatzwochen mit Freiwilligen vom 12.04. bis 2.05.2020; zusätzlich: Pflanztage auch für Familien am 18., 19., 25. und 26. April 2020. Die Teilnahme an allen Terminen ist kostenlos, die Unterkunft für einen Wochen- oder zweitägigen Einsatz und die Verpflegung für alle Einsätze übernimmt das Bergwaldprojekt e.V. Anmeldungen unter www.bergwaldprojekt.de/pflanzcamp.

Begleitprogramm / Pressetermine

- Auftaktveranstaltung und Grußworte am Dienstag, 14. April, von 11 Uhr bis 13 Uhr am Basiscamp

- Bergfest am Mittwoch, 22. April, von 11 Uhr bis 13 Uhr am Basiscamp

- Abschlussfest Wal(d)purgisnacht am Donnerstag, 30. April, ab 18 Uhr am Basiscamp mit vegetarischem Barbecue und Musik

Bergwaldprojekt e.V.

Das Bergwaldprojekt e.V. mit Sitz in Würzburg organisiert Freiwilligen-Wochen in ganz Deutschland. 2020 finden 122 Projektwochen an 53 verschiedenen Standorten statt. Außerdem werden zusätzlich an verschiedenen Terminen ein- oder mehrtägige Pflege- und Pflanzeinsätze an verschiedenen Orten in Deutschland angeboten. Ziele der Einsätze sind, die vielfältigen Funktionen der Ökosysteme zu erhalten, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Bedeutung und die Gefährdung unserer natürlichen Lebensgrundlagen bewusst zu machen und eine breite Öffentlichkeit für einen naturverträglichen Umgang mit den natürlichen Ressourcen zu bewegen. Der Verein finanziert sich größtenteils aus Spenden.

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Lena Gärtner
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Bergwaldprojekt e.V.
Veitshöchheimer Str. 1b
97080 Würzburg
Tel.: 0931-991 220 11
Fax: 0931-30 41 90 68
lg@bergwaldprojekt.de
www.bergwaldprojekt.de
AUFBÄUMEN IM KLIMAWANDEL