Deutsche Psychotherapeuten Vereinigung e.V. (DPtV)
Psychische Gesundheit von ukrainischen Geflüchteten
DPtV-Master-Forschungspreis 2026 würdigt versorgungsnahe Forschung zu psychischen Folgen von Flucht und Krieg
Berlin, 25. Juni 2026 – Melanie Metz hat mit ihrer Masterarbeit „Effects of a Short-Term Intervention: Resilience, PTSD and Depression Symptom Change and Potential Sociodemographic Moderators in Ukrainian Refugees“ den Master-Forschungspreis 2026 der Deutschen PsychotherapeutenVereinigung (DPtV) gewonnen. Nach der Eröffnung des DPtV-Symposiums durch die Bundesvorsitzenden Dr. Christina Jochim und Dr. Enno Maaß in Berlin, sagte DPtV-Bundesvorsitzender Dr. Enno Maaß: „Diese Masterarbeit hat uns in mehrfacher Hinsicht beeindruckt. Sie greift ein Thema auf, das aktueller kaum sein könnte – die psychische Gesundheit von Menschen, die vor Krieg und Gewalt fliehen mussten. Am Beispiel ukrainischer Geflüchteter wird hier ein Versorgungsbedarf sichtbar gemacht, der uns aktuell und in den kommenden Jahren intensiv beschäftigen wird.“
Gesellschaftlich hoch relevante Forschung
„In der aktuellen politischen Lage ist eine Positionierung unserer Profession von besonderer Bedeutung, insbesondere im Hinblick auf einen niedrigschwelligen Zugang zu psychotherapeutischer Unterstützung für Menschen mit psychischem Leid“, lobte Maaß. Im Zentrum der Arbeit stehe eine niedrigschwellige psychotherapeutische Kurzintervention mit dem Ziel, Symptome von Posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS) und Depression zu reduzieren und Resilienz zu fördern. „Damit bewegt sich die Masterarbeit an der Schnittstelle zur Versorgung und erhebt die unmittelbare praktische Umsetzung von Kurzinterventionen bei bestimmten Risikogruppen. Insgesamt steht diese Masterarbeit exemplarisch für eine Form der Forschung, die wir besonders fördern möchten: methodisch fundiert, gesellschaftlich hoch relevant und eng an der Versorgungspraxis orientiert“, sagte der Bundesvorsitzende.
Flexible Elemente der Kurzintervention zukunftsweisend
„Die von Frau Metz untersuchte Kurzintervention führt zu einer signifikanten Reduktion von PTBS- und Depressionssymptomen. Darüber hinaus verdeutlicht die Arbeit das Potenzial des Gruppensettings. Dieses hat gerade bei einer in der Gruppe geteilten Erfahrung von erzwungener Flucht und Krieg einen besonders wirksamen Charakter“, betonte Enno Maaß. Auch die flexiblen Elemente der Kurzintervention und die Unterstützung durch Dolmetschende seien zukunftsweisend für maßgeschneiderte Ansätze nach individuellem Bedarf. Gerade in Versorgungssituationen mit begrenzten Ressourcen könnten solche Ansätze eine wichtige Rolle spielen: „Sie stabilisieren, schaffen Zugang und überbrücken Wartezeiten, bis weiterführende Behandlungen möglich sind“, sagte Maaß.
Weitere Informationen zur Bewerbung: www.dptv.de/masterpreis
Pressekontakt/Interview-Anfragen: Hans Strömsdörfer Pressesprecher / Leiter Kommunikation DPtV Deutsche PsychotherapeutenVereinigung Am Karlsbad 15 10785 Berlin Tel. 030 235009-27 Fax 030 235009-44 Mobil 0157 73744828 presse@dptv.de www.dptv.de