Deutsche Psychotherapeuten Vereinigung e.V. (DPtV)
Weiterbildungsplätze nur auf dem Papier
DPtV unterstützt „Aktionsmonat Mai“ zur Finanzierung der Weiterbildung
„Das System ist blockiert. Hunderte Absolvent*innen haben ihren Psychotherapie-Master abgeschlossen und finden keine Weiterbildungsplätze im ambulanten Bereich. Zwar sind auf dem Papier bundesweit über 1600 Weiterbildungsplätze theoretisch zugelassen, tatsächlich umgesetzt sind derzeit bundesweit nur Stellen in einem unteren dreistelligen Bereich, davon so gut wie keine in ambulanten Praxen. Grund ist, dass die Finanzierung bis heute nicht geregelt ist. Ohne die fachpsychotherapeutische Weiterbildung kann der Beruf nicht ausgeübt werden“, erklären die Bundesvorsitzenden der Deutschen PsychotherapeutenVereinigung (DPtV), Dr. Christina Jochim und Dr. Enno Maaß.Die DPtV unterstützt den von der Psychologie-Fachschaften-Konferenz (PsyFaKo) und dem PtW-Forum federführend organisierten „Aktionsmonat Mai“, der von zahlreichen weiteren Akteur*innen mitgetragen wird.
Zentrale Demo am 21. Mai in Berlin
„Seit der Einführung des Gesetzes vor sechs Jahren und spätestens mit dem Aktionstag zur Finanzierung der Weiterbildung im Mai 2023 bleibt die Politik eine tragfähige Lösung schuldig. Die fehlende Finanzierung der Weiterbildung und die Honorarkürzungen in psychotherapeutischen Praxen verstärken sich gegenseitig und führen zu einer Abwertung der Psychotherapie, die den Nachwuchs abschreckt und die Versorgung in Deutschland gefährdet“, warnt Bundesvorsitzende Jochim. „Mit bundesweiten Demonstrationen in ganz Deutschland erhöhen wir alle gemeinsam den Druck auf die Politik, endlich zu handeln und die Finanzierung der Weiterbildung endlich zu regeln. Am 21. Mai 2026 werden wir die Abgeordneten mit einer zentralen Demo vor dem Bundestag direkt adressieren und deutlich machen, dass Stillstand und Kürzungen keine Optionen sind“, kündigt Bundesvorsitzender Maaß an.
Versorgungskrise droht: Berufsausübung ermöglichen
Schon heute warten psychisch erkrankte Menschen in Deutschland in vielen Regionen Deutschlands zu lange auf psychotherapeutische Behandlung. Wenn zusätzlich zu den Kürzungen in der Psychotherapie auch der Nachwuchs wegbricht, weil die Politik die Finanzierung der Qualifizierungsmöglichkeit für den Beruf weiter verschleppt, droht das Versorgungssystem sich weiter zu verschlechtern. „Die Lösung ist klar und längst überfällig: Wer einen Weiterbildungsplatz schafft, muss diesen auch finanzieren können“, fordert Dr. Anke Pielsticker, Stv. Bundesvorsitzende der DPtV. „Wer jetzt nicht handelt, nimmt in Kauf, dass psychisch erkrankte Menschen in diesem Land nicht mehr angemessen versorgt werden können.“
DPtV-Sonderseite „Aktionsmonat Mai“ mit Demo-Terminen und Material: www.dptv.de/aktionsmonat
Pressekontakt/Interview-Anfragen: Hans Strömsdörfer Pressesprecher / Leiter Kommunikation DPtV Deutsche PsychotherapeutenVereinigung Am Karlsbad 15 10785 Berlin Tel. 030 235009-27 Fax 030 235009-44 Mobil 0157 73744828 presse@dptv.de www.dptv.de