Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur
PM Bundesstiftung Aufarbeitung: Neue politische Schritte bei der Entschädigung von DDR-Dopingopfern
Neue politische Schritte bei der Entschädigung von DDR-Dopingopfern
Forderung nach nachhaltiger Unterstützung für Betroffene
Berlin, 24. April 2026 – Die Aufarbeitung des Dopings im Leistungssport der DDR rückt stärker in den Fokus der Bundespolitik. Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft diskutierten gestern Abend in der Bundesstiftung Aufarbeitung konkrete Schritte für eine bessere Unterstützung der Betroffenen – bis hin zu einem möglichen Dopingopfer-Unterstützungsgesetz.
Staatsministerin Dr. Schenderlein betonte die hohe Priorität des Themas:
„Das heutige Wissen um den DDR-Staatsplan 14.25 und dessen Auswirkungen auf die Sportlerinnen und Sportler, deren Erfolg sich das SED-Regime auf die Fahnen geschrieben hat, ist erschütternd. Das Schicksal dieser Athletinnen und Athleten zeigt eindringlich, wie gefährlich jede Form von Doping ist. Sportlicher Erfolg darf niemals die Risiken wert sein, die sich aus der Verabreichung von Dopingmitteln ergeben. Wir als Bundesregierung setzen uns deshalb für Prävention und einen entschiedenen Kampf gegen Doping ein. Wir prüfen aber auch, wie wir in Anknüpfung an die beiden bisherigen Dopingopferhilfegesetze erlittenes Unrecht lindern können.“
Die SED-Opferbeauftragte beim Deutschen Bundestag, Evelyn Zupke, wirbt für ein Dopingopfer-Unterstützungsgesetz, um über bisherige Einmalzahlungen hinaus wirksam helfen zu können.
Medizinische Studien zeigen anhaltend gravierende gesundheitliche Folgen. Viele Betroffene leiden an chronischen körperlichen Erkrankungen sowie an psychischen Belastungen wie Depressionen oder posttraumatischen Belastungsstörungen. Die oft komplexen Krankheitsbilder erschweren zudem die Anerkennung als Folgeschäden. Dr. Michael Lehner vom Doping-Opfer-Hilfeverein machte deutlich, dass viele Betroffene seit Jahrzehnten auf Unterstützung warten und dringend tragfähige Lösungen notwendig sind.
Die historische Dimension ordnete die Historikerin Dr. Jutta Braun ein und machte deutlich, dass Doping im DDR-Leistungssport Teil eines staatlich gesteuerten Systems war, das zugleich von Willkür, Regelüberschreitungen und strukturellem Druck geprägt war.
Dr. Anna Kaminsky, Direktorin der Bundesstiftung Aufarbeitung, erklärte: „Die Folgen des staatlich organisierten Dopings in der DDR sind bis heute nicht bewältigt. Es ist ein wichtiges Signal, dass dieses Thema nun auch politisch mit neuer Ernsthaftigkeit aufgegriffen wird.“ Neben der weiteren historischen Aufarbeitung besteht besonders bei Anerkennung, Rehabilitierung und Unterstützung erheblicher Handlungsbedarf. So wurden mögliche Wege erörtert, den Zugang zu Leistungen künftig niedrigschwelliger zu gestalten.
Die Diskussion fand im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Wir müssen reden!“ der Bundesstiftung Aufarbeitung in Kooperation mit dem Doping-Opfer-Hilfeverein statt und stieß auf großes Interesse.
Die Veranstaltung ist als Video-Podcast abrufbar unter:
https://www.youtube.com/live/otcXbE15dSI?si=k0kDobOdMEQpcUmu
Jonathan Harnisch
Pressereferent
Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur
Kronenstraße 5 | 10117 Berlin | Tel. 030 / 31 98 95 225
j.harnisch@bundesstiftung-aufarbeitung.de | www.bundesstiftung-aufarbeitung.de | facebook.com/BundesstiftungAufarbeitung
Datenschutz: www.bundesstiftung-aufarbeitung.de/datenschutz
Unsere neue Ausstellung "Die Partei hat immer recht. Die SED im Alltag der DDR": bundesstiftung-aufarbeitung.de/dieSEDimAlltag