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20.08.2019 – 14:07

dpa-Faktencheck

Siebenjährige wurde im Januar 2019 nach wenigen Stunden gefunden

Berlin (ots)

Im Internet wird derzeit verbreitet, ein siebenjähriges Mädchen sei vermisst. Die Polizei suche nach der verschwundenen Schülerin.

BEWERTUNG: Das Kind wurde im Januar 2019 für wenige Stunden gesucht. Die Polizei gab damals schnell bekannt, dass die Schülerin wieder wohlbehalten zu Hause angekommen war.

FAKTEN: Auf der Internetseite «polizei.to» ist kürzlich ein Artikel über das verschwundene Mädchen Lina erschienen (http://dpaq.de/AEOSi). Darin heißt es: «Sie besuchte am heutigen Tag, bis etwa 12.40 Uhr die Goetheschule und ist anschließend nicht nach Hause gekommen.» Es wird der Anschein erweckt, der Vorfall habe sich aktuell ereignet. Wo das passiert sein soll, wird nicht genannt. Der Text wird auch in sozialen Medien verbreitet.

Auf der Internetseite «polizei.to» ist nicht vermerkt, wann der Artikel veröffentlicht wurde. Laut Browserinformationen zur Website wurde der Text am 16. August 2019 online gestellt. Unter «article:published_time» heißt es im Seitenquelltext: «2019-08-16T15:36+02:00»

Monate zurück liegt der Vorfall, bei dem die Polizei Unna für wenige Stunden nach dem Mädchen aus Bönen in Nordrhein-Westfalen suchte. In einem mittlerweile gelöschten Aufruf gab die Behörde am 30. Januar 2019 um 16.39 Uhr ein Foto der Vermissten an die Öffentlichkeit, sowie Daten zum Aussehen der Schülerin und zum letztmaligen Aufenthaltsort.

Reichlich eine Stunde später nahmen die Beamten ihren Suchaufruf offiziell wieder zurück: Die seit etwa 14.00 Uhr vermisste Schülerin sei «gegen 17.30 Uhr wohlbehalten zu Hause eingetroffen». Die Polizei forderte dazu auf, vorhandenes Bildmaterial zu löschen (http://dpaq.de/IcPYo).

Viele regionale Medien berichteten damals über das glückliche Ende des Falls (http://dpaq.de/oUlmg).

Die Betreiber der Seite «polizei.to» veröffentlichen häufig völlig veraltete Polizeimeldungen. Mit Hinweisen wie «Dringend» und der Aufforderung zum Teilen wird der Eindruck erweckt, es handele sich jeweils um aktuelle Fälle in Deutschland. Über Facebook werden viele dieser Beiträge verbreitet, regelmäßig etwa von mehr als zwei Dutzend sehr ähnlich aussehenden Seiten unter der Bezeichnung «Polizeipresse».

Bei der Seite «polizei.to» steht die Endung «.to» für eine Registrierung im südpazifischen Inselstaat Tonga (http://dpaq.de/iMgw3). Das Königreich galt in den vergangenen Jahren als sicherer Hafen für dubiose Seitenbetreiber.

Auch im Impressum von «polizei.to» (http://dpaq.de/hf0CG) gibt es keine Verbindung zu Deutschland. Als Inhaber wird «Arlen Birely» aufgeführt, die Adresse führt zu einem Dorf an der Westküste Zyperns.

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Links:

Polizei Unna über Aufhebung der Suche: https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/65856/4180334

Medienberichte über den Fall: http://dpaq.de/oUlmg

Aktuell geposteter Artikel mit veraltetem Inhalt über vermisste Schülerin: https://www.polizei.to/dringend-teilen-7-jaehrige-lina-vermisst-sie-ist-nach-der-schule-nicht-nach-hause-gekommen/ (archiviert: http://dpaq.de/q14Sd)

Seitenquelltext des Artikels mit veraltetem Inhalt: view-source:https://www.polizei.to/dringend-teilen-7-jaehrige-lina-vermisst-sie-ist-nach-der-schule-nicht-nach-hause-gekommen/

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Kontakt zum dpa-Faktencheckteam: faktencheck@dpa.com

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