PRESSEPORTAL Presseportal Logo
Alle Storys
Folgen
Keine Story von EUreWAHL mehr verpassen.

12.02.2019 – 13:35

EUreWAHL

Beteiligung an Europawahl geht stetig zurück

Beteiligung an Europawahl geht stetig zurück
  • Bild-Infos
  • Download

Seit der ersten Direktwahl zum Europäischen Parlament 1979 geht die Wahlbeteiligung im gesamten Staatenverbund kontinuierlich zurück. Lag sie vor 40 Jahren im Durchschnitt der damals nur neun Mitgliedstaaten noch bei 62 Prozent, traten bei der Wahl 2014 nur mehr rund 42,6 Prozent aller Wahlberechtigten aus den 28 EU-Ländern den Gang zur Urne an. Schlusslicht mit einer Beteiligung von nur rund 13 Prozent war damals die Slowakei - ein nochmaliger Absturz gegenüber 2004, als das Land mit knapp 17 Prozent auf die schlechteste jemals in einem EU-Staat gemessene Europawahl-Beteiligung gekommen war.

An der Spitze lagen 2014 Luxemburg und Belgien mit 85,5 und 89,6 Prozent - in beiden Ländern herrscht allerdings Wahlpflicht. In Ungarn (29 Prozent), Kroatien (25,2 Prozent), Slowenien (24,5 Prozent) Polen (23,8 Prozent), und Tschechien (18,2 Prozent) lag die Beteiligung dagegen bei jeweils unter 30 Prozent.

Dass die Wahlbeteiligung in den einzelnen Ländern stark variiert, hat Experten zufolge mehrere Gründe: In Ländern mit traditionell hohem Interesse an nationalen Wahlen ist auch die Beteiligung an der Europawahl relativ hoch. Zudem herrscht in mehreren Ländern Wahlpflicht - allerdings werden Nichtwähler nicht strafrechtlich verfolgt. Britische Wähler hingegen waren in der Vergangenheit weitaus reservierter: 2014 gaben nur 35,6 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab.

Auch in Deutschland beteiligen sich mehr Wähler an Bundestags- oder Landtagswahlen als an der Europawahl, 2014 waren es 48,1 Prozent. Bei der ersten Wahl 1979 hatte offenbar noch eine gewisse Europa-Euphorie geherrscht, Politiker wie Willy Brandt warben für eine hohe Beteiligung. Mit 65,7 Prozent lag diese über dem EU-Durchschnitt, schon fünf Jahre später fiel sie aber darunter. Vielen Bürgern sei nicht bewusst, welchen Einfluss die in Brüssel und Straßburg getroffenen Entscheidungen auf ihren Alltag hätten, erklären Wahlforscher.

Die Wahlbeteiligung der einzelnen Länder visualisiert die folgende interaktive Grafik:

http://dpaq.de/q6c4l

[Hinweis: Das angebotene Bildmaterial steht nur für die redaktionelle Verwendung im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung und dem Credit "Foto: dpa" zur Verfügung.]

Weitere Storys: EUreWAHL
Weitere Storys: EUreWAHL