Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Politikpanel-Umfrage zu Musterung, Bundeswehr und Social Media
Politikpanel-Umfrage zu Musterung, Bundeswehr und Social Media
- Die Ergebnisse der Umfrage Politikpanel Deutschland, durchgeführt von Forschenden vom Seminar für Wissenschaftliche Politik um Prof. Dr. Uwe Wagschal und PD Dr. Sebastian Jäckle, sind erschienen.
- Die Mehrheit der Deutschen spricht sich für eine verpflichtende Musterungen für Frauen aus.
- Den sozialen Medien bringen die Befragten als Informationsmedium trotz hoher Nutzungsintensität das geringste Vertrauen entgegen.
Die neuesten Ergebnisse der Umfrage Politikpanel Deutschland der Universität Freiburg zeigen, dass sich eine Mehrheit der Deutschen dafür ausspricht, dass auch Frauen verpflichtend gemustert werden sollten. Sie gibt zudem Aufschluss über weitere Fragen der Außen- und Sicherheitspolitik sowie zum Einsatz von Medien zur politischen Informationsbeschaffung. Das Team um Prof. Dr. Uwe Wagschal und PD Dr. Sebastian Jäckle vom Seminar für Wissenschaftliche Politik befragte für das Politikpanel zwischen dem 30. Januar und dem 8. Februar 2026 7.671 Personen über einen Online-Fragebogen. Die Daten wurden mittels Gewichtungsverfahren an die Bevölkerungsstruktur angepasst und erlauben verallgemeinerbare Aussagen.
Mehrheit für Ausweitung der Musterung
Seit dem 1. Januar 2026 ist die verpflichtende Musterung für junge Männer wieder in Kraft. Eine Mehrheit der Befragten steht hinter dieser Entscheidung: 64,0 Prozent der Befragten begrüßen die Wiedereinführung. Darüber hinaus spricht sich mit 52,0 Prozent ebenfalls eine Mehrheit dafür aus, künftig auch Frauen verpflichtend zu mustern.
Die Zustimmung zu einer allgemeinen Dienstpflicht liegt bei 48,0 Prozent. Dabei zeigen sich Unterschiede zwischen den Altersgruppen: Während in der Altersgruppe ab 60 Jahren 56,0 Prozent der Befragten zustimmen, sind es in der Alterskohorte der 18-30-Jährigen 25,0 Prozent.
68,0 Prozent der Befragten sehen eine Notwendigkeit, dass die Bundeswehr mehr Soldat*innen benötigt. Dagegen sind 18,0 Prozent der Meinung, dass Deutschland weniger Geld in die Bundeswehr investieren sollte. „Diese Zahlen weisen auf eine insgesamt gefestigte sicherheitspolitische Haltung in der Bevölkerung hin“, sagt Wagschal.
Soziale Medien: intensiv genutzt – kaum vertraut
Ein weiteres Ergebnis betrifft die politische Informationsbeschaffung. Je nach Altersgruppe nutzen zwischen knapp 40 und über 70 Prozent der Befragten täglich soziale Medien, um sich über politische und gesellschaftliche Themen zu informieren (18-30 Jahre: 72,0 Prozent / 31-45 Jahre: 59,0 Prozent / 46-60 Jahre: 54,0 Prozent / > 60 Jahre: 38,0 Prozent).
Interessant ist dabei, dass die sozialen Medien ein wichtiges Informationsmedium darstellen, von den Befragten in Bezug auf deren Vertrauenswürdigkeit aber negativ eingeschätzt werden. Nicht einmal sieben Prozent gaben an, den sozialen Medien „eher“ oder „voll und ganz“ zu vertrauen.
Unter allen Befragten genießen öffentlich-rechtliche Medien (58,0 Prozent) sowie Zeitungen (58,0 Prozent) das größte Vertrauen. Allerdings zeigt sich eine parteipolitische Polarisierung: Anhänger*innen von Union, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, FDP und Die Linke bringt den öffentlich-rechtlichen Medien und etablierten Zeitungen mehrheitlich Vertrauen entgegen, wie sich am Beispiel des öffentlich-rechtlichen Fernsehens zeigt: Union: 72,0 Prozent, SPD: 91,0 Prozent, Bündnis 90/Die Grünen: 93,0 Prozent, FDP: 51,0 Prozent, Die Linke: 82,0 Prozent. Dagegen fällt das Medienvertrauen in diesem Fall bei Personen mit Wahlabsicht für AfD (6,0 Prozent) und BSW (16,0 Prozent) geringer aus.
„Wir beobachten eine mediale Polarisierung entlang parteipolitischer Linien“, erklärt Wagschal. „Das Muster ähnelt stark unseren Befunden aus der Befragung in der Corona-Zeit im November 2020 und deutet auf eine strukturelle Spaltung im Medienvertrauen hin.“
Zum Politikpanel Deutschland
Das Politikpanel Deutschland der Universität Freiburg wird von Prof. Dr. Uwe Wagschal und PD Dr. Sebastian Jäckle geleitet sowie unter Mitarbeit von Kira Kurz, Judith Reinbold, Marius Fröhle und Ronald Schleehauf, die am Seminar für Wissenschaftliche Politik der Universität Freiburg tätig sind, durchgeführt. Die Ergebnisse bieten detaillierte Einblicke in Wahlverhalten und insbesondere in die außenpolitischen Einstellungen der deutschen Wähler*innen.
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