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21.12.2018 – 11:31

DEB Deutsche Energie Beratung GmbH

DEB-Geschäftsführer Ove Burmeister im Interview mit Dr. Manuela Diehl über die Herausforderungen in der Solar-Branche

Hamburg (ots)

Im Interview mit der Journalistin und Moderatorin Dr. Manuela Diehl, spricht DEB Deutsche Energie Beratung-Geschäftsführer Ove Burmeister über die Herausforderungen in der Photovoltaik-Branche.

Manuela Diehl:

Herr Burmeister - Sie sind Gründer und Geschäftsführer der DEB, der Deutschen Energie Beratung in Hamburg. Ihr Kerngeschäft ist die Projektierung und Errichtung schlüsselfertiger Photovoltaikanlagen, vorrangig auf großen Dachflächen und bis 750 Kilowatt. Nun hat der Gesetzgeber im Energiesammelgesetz Sonderkürzungen bei Photovoltaik-Dachanlagen zwischen 40 und 750 Kilowatt beschlossen. Die massive Reduzierung der Vergütung soll in drei Stufen zum Februar, März und April 2019 erfolgen. Für diese Monate ist die normale, im EEG festgeschriebene Degression ausgesetzt. Der anzulegende Wert als Grundlage für die Berechnung der Einspeisevergütung wird dann ab dem 1. April 2019 nur noch 8,90 Cent pro Kilowattstunde betragen.

Was sagen Sie zu dieser Entscheidung der Bundesregierung?

Ove Burmeister:

Photovoltaik-Investor Ove Burmeister im Interview. Diese Entscheidung ist für mich kaum nachzuvollziehen, sie wird die so wichtige Erreichung der Zubauraten erschweren. Photovoltaikanlagen auf Dachflächen waren neben Windanlagen der Hauptgarant dafür, dass die geplanten Zubauraten das erste Mal seit 6 Jahren wieder erreicht wurden. Wenn die geplanten 2,5 Gigawatt unterschritten werden, sind die anvisierten Klimaziele in Gefahr, dann drohen negative ökologische Folgen, Strafen aus Brüssel in Milliardenhöhe usw.. Die Zeche zahlt dann wie immer der Steuerzahler. Zudem hat man der Entscheidung nachweislich falsche Daten zugrunde gelegt.

Manuela Diehl:

Die Bundesregierung argumentiert, dass eine Überförderung von größeren Photovoltaik-Dachanlagen vorläge, da die Preise für Solarmodule unter anderem durch das Auslaufen der EU-Anti-Dumping und Anti-Subventionszölle auf chinesische Photovoltaikmodule stark gesunken seien. Eine solche Überförderung muss der EU-Kommission gemeldet werden. Das sei bereits erfolgt und soll nun durch die beschlossene Anpassung des anzulegenden Wertes für Solaranlagen bis einschließlich einer installierten Leistung von 750 Kilowatt  lediglich korrigiert werden.

Ove Burmeister:

Das Argument der Überförderung von Dachanlagen ist schlicht falsch und mit entsprechenden Gutachten schon während der Debatte widerlegt worden. Zudem erhöhen sich 2019 die Errichtungskosten an anderer Stelle, was die gesunkenen Modulpreise in der Regel kompensiert. Statt die Solarbranche zu behindern, bräuchte Deutschland massive Erleichterungen und keinen weiteren Eiertanz.

Manuela Diehl:

Diese nun beschlossenen Sonderkürzungen betreffen Photovoltaik-Dachanlagen zwischen 40 und 750 Kilowatt, wird sich das auf die dezentrale Energiewende auswirken?

Ove Burmeister:

Anlagen unter 40 Kilowatt werden auf Ein- und Zweifamilienhäusern installiert - sie sind also nicht betroffen. Aber Anlagen zwischen 40 und 750 Kilowattpeak werden i d R auf Firmengebäuden, Mehrfamilienhäusern, Sportanlagen usw. montiert, also auf Dachflächen, die überall zur Verfügung stehen, kein Land verbrauchen und durch Solaranlagen sinnvoll genutzt werden können. Die dezentrale Energieversorgung ist ein Grundgedanke des Erneuerbaren Energien Gesetzes (EEG). Würde man diesen Gedanken konsequent umsetzen, könnte auch auf den Bau der gigantischen Stromtrassen durch ganz Deutschland verzichtet werden, die wohl eher im Interesse der großen Energieversorger liegen. Diese Stromtrassen sind mit erheblichen Kosten verbunden, die voraussichtlich wiederum zumindest teilweise dem Steuerzahler auferlegt werden sollen. Die ganze Aktion trägt die Handschrift der Energiemultis. Man will offenbar den Mittelstand aus dem Geschäft drängen, um dann die Offshorewindparks in der Nordsee durchzusetzen. Dabei bräuchten wir sie gar nicht. Allein die in Deutschland statisch geeigneten Dachflächen könnten den Jahresenergiebedarf decken. Würde man dies mit den anderen Erneuerbaren kombinieren und sich ernsthaft um Speicherlösungen bemühen, wäre der Energiebedarf auch ohne die umstrittenen Riesenanlagen auf der Nordsee zu decken. Nur die (noch) Platzhirsche blieben dabei eben auf der Strecke. 

Unabhängige, mittelständische Unternehmen wie die DEB sorgen dafür, dass die Energie dort produziert wird, wo sie auch verbraucht wird und das ist wahrer Umwelt- und Klimaschutz und unterstützt die regionale Wirtschaft.

Manuela Diehl:

Die Bundesregierung setzt nun diese Kürzungen in der Solarförderung durch und hat andererseits aber auch das Ziel, dass der Anteil der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien im Jahr 2030 bei 65 Prozent liegt. Lassen sich die Klimaziele überhaupt noch erreichen?

Ove Burmeister:

In der Tat erinnert das Ganze an Autofahren mit dem Gaspedal und der Bremse gleichzeitig. Die Erreichung der Klimaziele hängt von vielen Faktoren ab, deren Wechselwirkungen ich nicht beurteilen kann. Was wir aber wissen ist, dass die Quote der Erneuerbaren am Gesamtenergiemarkt eine wesentliche Voraussetzung ist. Dazu sollten wir uns einen ganzheitlichen, naturkonformen Lebenswandel aneignen.  Es bedarf eines grundlegenden Wandels der Denkweise und des Lebensstils in den Industriestaaten. Recycling, allgemeine Konsumreduzierung auf das Wesentliche - was brauche ich wirklich, Achtsamkeit hinsichtlich z.B. Plastikvermeidung, Fairer Handel, faire Preise für die Produzenten überall in der Welt, eine allgemeine ökologische Denkweise und natürlich dem was wir Nachhaltigkeit nennen, also der Natur immer nur so viel zu entnehmen, wie nachwächst. Unser s g westlicher Lebensstil, der überbordende Konsum und der Brutalkapitalismus sorgt für Kriege, Armut und Flüchtlingsströme. Das muss in die Köpfe der Menschen und diese Grundmaxime müssen bei jeder Entscheidung mit "am Tisch" sitzen. Mir steht das Prinzip der Gewinnmaximierung zu sehr im Vordergrund. Es wäre Aufgabe der Politik, Entscheidungen mit mehr Augenmaß und Weitsicht zu treffen. Aber das ist ein anderes Thema und sehr komplex, das gebe ich zu.

Zurück zu den Klimazielen. Die könnten wir erreichen, wenn die Politik die richtigen Rahmenbedingungen schafft und die richtigen Signale setzt. Die Einschränkung bei Photovoltaik- Dachanlagen, also bei dem einzigen Wirtschaftszweig innerhalb der Erneuerbaren Energien, der quasi endlos ausbaubar wäre, ist ein kontraproduktives Signal. Würde man alle statisch geeigneten Dächer in Deutschland mit Photovoltaik Anlagen bebauen, hätten wir etwa 110 % des jährlichen Strombedarfs gedeckt. Entsprechende Speichermöglichkeiten vorausgesetzt.

Manuela Diehl:

Das sind große Ansprüche an eine Gesellschaft.

Ove Burmeister:

Ja, aber machbar. Und natürlich ist es kein Projekt der nächsten 5 Jahre, sondern eher der nächsten 100 Jahre. Ich setze da auf die nächste Generation. Die werden das viel konsequenter angehen, als die jetzige. Wir werden in den nächsten Jahrzehnten immer gnadenloser mit den Auswirkungen des Klimawandels konfrontiert werden. Die Leugner werden immer weniger werden und es wird die Frage aufkommen: "Und das alles habt Ihr nicht kommen sehen? Warum habt Ihr nicht konsequent gegengesteuert? Es steht eine der größten gesellschaftlichen Umwälzungen der Menschheitsgeschichte an. Und wie immer sind solche Phasen des Umbruchs und des Umdenkens auch Zeiten der Polarisierung. Wir sehen heute die verzweifelten Versuche der "alten Welt", den Strukturwandel zu behindern und zu verlangsamen. Es liegt doch auf der Hand, dass die großen Energieversorger, also die Betreiber von Kohle, Gas- und Kernkraftwerken kein Interesse an der konsequenten Umsetzung des EEG haben. Es macht sie obsolet. Wie ich bereits sagte, ist ein Grundgedanke des EEG die dezentrale Produktion von Energie und der gleichzeitige dezentrale Verbrauch dieser Energie. Die großen Stromtrassen, die angeblich so wichtig für die Versorgung in der Zukunft sein sollen, bräuchten wir gar nicht. Es wäre allenfalls der Ausbau der Nahversorgungsnetze erforderlich, was die Verantwortlichen über Jahrzehnte hinweg vernachlässigt haben.

Manuela Diehl:

Macht sich so die Lobbyarbeit der großen Energieversorger bemerkbar?

Ove Burmeister:

Ja, die Interessenvertreter der großen Energieversorger versuchen die Entwicklung hin zu Erneuerbaren Energien auszubremsen. Sie drohen mit Massenentlassungen, reduziertem  Steueraufkommen usw. Dabei gibt es nahezu keine Argumente, die gegen die Energiewende sprechen. Die Frage ist nur, inwieweit sich die Politik vom richtigen Kurs abbringen lässt. Fakt ist, die Verlagerung dieses Wirtschaftszweiges auf den Mittelstand würde zu höheren Steuern und mehr Arbeitsplätzen führen. Eine konsequente Umsetzung immer vorausgesetzt. Schon heute beschäftigen die Unternehmen aus der Branche der Erneuerbaren Energien an die 340.000 Menschen und zählen längst zu den wichtigen Arbeitgebern hierzulande. Insbesondere strukturschwächeren Regionen kam der Ausbau Erneuerbarer Energien zugute, hier konnte eine große Anzahl neuer Arbeitsplätze geschaffen werden. Der Ausbau wirkt als Jobmotor. Durch den erheblichen Zulieferbedarf schafft die Energiewende auch in klassischen Branchen viele neue Arbeitsplätze. Somit hat der Ausbau der Erneuerbaren einen erheblichen, positiven Beschäftigungseffekt und nicht umgekehrt.

Manuela Diehl:

Photovoltaik- Anlagen sind ein wichtiger, wenn nicht vielleicht der wichtigste Motor der Energiewende. Wie verkraftet der Markt die nun beschlossenen Kürzungen?

Ove Burmeister:

Das Rentabilitätsniveau wird sich um circa 1 % p.a. auf etwa 5,5 % -  6% Ertrag nach Kosten reduzieren. Bei der DEB gibt es eine bundesweit einzigartige Sondersituation: Wir betreiben neben dem Kerngeschäft, der Projektierung und der schlüsselfertigen Errichtung großer Photovoltaik-Anlagen noch einen hauseigenen Energieversorger. Dieser wird nach zweijähriger Vorbereitungszeit im Januar seinen Geschäftsbetrieb aufnehmen und unseren Kunden einen erheblichen Mehrertrag von 2 Ct. / kWh sicherstellen. Dies führt zu einer Rentabilität von DEB - Anlagen, die bei 7 % liegt. Nach der Reduzierung wohlgemerkt. Aber egal, ob die Rendite nun bei 5,5 % oder bei 7 % liegt, eine Photovoltaik-Anlage ist und bleibt, insbesondere in dem heutigen Niedrigzinsumfeld, ein herausragendes Investment. Zudem hat der Gesetzgeber außerordentlich attraktive Steueranreize vorgesehen. Photovoltaik- Anlagen können zu 100 % abgeschrieben werden, unter bestimmten Umständen 40 % davon sogar in die Jahre vor dem Kauf rückgetragen werden. Zudem sind die Risiken sehr überschaubar. Photovoltaik- Anlagen riechen nicht, erzeugen keine Emissionen, keine Geräusche und haben keine mechanischen Teile. Somit ist der Erhaltungs- und Wartungsaufwand gering. Die Sonne liefert zuverlässig und eine Investition in Solarenergie ist somit enorm zuverlässig und planbar.

Manuela Diehl

Können Sie uns einen kurzen Ausblick geben, welche Ziele sich die DEB Deutsche Energie Beratung GmbH für 2019 gesetzt hat? Wird es weitere Neuerungen geben?

Ove Burmeister

Wir wollen die Rentabilität unserer Angebote von ca. 7% nach Kosten ohne Qualitätsreduzierung halten. Das Angebot richtet sich weiterhin an Privatpersonen und wird sich trotz der Reduzierungen nicht verändern. Der hauseigene Energieversorger DEVG wird etabliert und legt 2 Ct / kWh drauf. Das ist ein Novum am deutschen Markt. Wir streben ein Bauvolumen von 24 - 30 MW an. Die Beschaffung der Flächen ist bereits sichergestellt.

Pressekontakt:

Dr. Manuela Diehl
Nürnbergerstr.13
10789 Berlin
030-2133431

Original-Content von: DEB Deutsche Energie Beratung GmbH, übermittelt durch news aktuell

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