Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen e.V.
Schluss mit der Mottenplage in Küche und Kleiderschrank
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Schluss mit der Mottenplage in Küche und Kleiderschrank
Befall mit Lebensmittel- oder Kleidermotten vorbeugen und bekämpfen
Im Sommer fliegen sie wieder: Lebensmittel- und Kleidermotten. Für Verbraucher:innen ist jetzt der richtige Zeitpunkt, Kaschmirpullis und Wolljacken zu schützen, damit diese ohne Löcher durch die warmen Monate kommen. Auch in der Küche ist gute Übersicht gefragt, damit sich die Insekten nicht an Lebensmitteln laben. „Um Mottenbefall vorzubeugen und zu bekämpfen, sind meist keine ,harten‘ Insektenvernichtungsmittel erforderlich“, erklärt Kerstin Effers, Referentin für Umwelt und Gesundheitsschutz bei der Verbraucherzentrale NRW. Sie hat bewährte Tipps gegen die Fluginsekten zusammengestellt:
Den Zugang versperren
Egal ob Lebensmittel- oder Kleidermotte: Insektenschutznetze, -rollos und -türen können helfen, Insekten fernzuhalten. Sie wehren auch Mücken, Fliegen und weitere unerwünschte Sommergäste ab, ohne dass man auf Beleuchtung und Frischluftzufuhr verzichten muss.
Wolle, Felle und Seide ohne Biozide schützen
Wer die warme Wolljacke im Sommer einfach in den Kleiderschrank hängt, erlebt im Herbst oft eine böse Überraschung in Form von Löchern. Denn im dunklen Kleiderschrank fühlen sich Mottenlarven richtig wohl und machen sich über die tierischen Eiweißfasern her. Vakuum-Beutel aus dicker Plastikfolie schaffen nicht nur Platz im Schrank, sondern bieten auch einen mottensicheren Ort für frisch gewaschene und gut getrocknete Kleidung aus Wolle und Seide. Wollteppiche sollten am besten lose verlegt und nicht fest verklebt sein, damit sie ausgeklopft und nass gereinigt werden können. Am besten auch keine Sofas oder Schränke auf Wollteppiche stellen, denn darunter fühlen sich lichtscheue Mottenlarven wohl. Sollte trotzdem ein Befall auftreten, kann der Teppich – falls verfügbar – auch in der heißen trockenen Sauna vom Ungeziefer befreit werden. Alternativ ist eine professionelle Teppichreinigung gefragt.
Motten von Lebensmitteln fernhalten
Wichtig ist, über Lebensmittelvorräte immer gut den Überblick zu behalten und sie regelmäßig auf Schädlingsbefall zu überprüfen. Haferflocken, Müsli, Mehl, Trockenfrüchte, Tee und andere trockene Lebensmittel sollten in dicht schließenden Gefäßen wie etwa Gläsern mit Bügelverschluss aufbewahrt werden. Wer neu gekaufte Waren zuhause gleich in solche Behälter umfüllt, sieht auch sofort, wenn er „blinde Passagiere“ in Form von Nestern und Gespinsten mit eingekauft hat.
Bei Mottenbefall schnell handeln
Lebensmittel, die mit Motten oder anderen Schädlingen befallen sind, sollten sofort außerhalb der Wohnung in den Müll wandern. Befallene Kleidung sollte gleich nach Entdecken der ungebetenen Gäste gewaschen werden. Das gilt vorsichtshalber auch für alle Textilien, die sich in der Nähe des Befalls befinden. Nicht waschbare Textilien können eine Woche lang bei minus 18 Grad eingefroren werden. Dadurch sterben die Mottenlarven ab und können keine Schäden mehr verursachen. Wichtig auch: Die Schränke komplett ausräumen und feucht auswischen. Ritzen und Löcher für Regalböden mit einem Föhn erwärmen, wenn es das Schrankmaterial zulässt.
Nützlinge und Hausmittel einsetzen
Klebefallen mit Lockstoffen helfen dabei, einen Befall zu erkennen. Wirkungsvoll bekämpfen können sie diesen nicht, weil sie nur die Mottenmännchen anlocken. Auch Hausmittel wie Lavendel-, Nelken- oder Zedernöl oder Klötze aus Zedernholz im Kleiderschrank können Motten abschrecken. Winzige Schlupfwespen, die es im Online-Handel gibt, bekämpfen Motten an Kleidern und Textilien wirkungsvoll ohne Chemie. Die Nützlinge legen ihre Eier in Mottenlarven ab und dezimieren so einen Befall. Wenn keine Mottenlarven mehr vorhanden sind, verschwinden die Schlupfwespen von ganz allein.
Bei hartnäckigem Befall Profis einschalten
Wenn der Befall immer wieder auftritt, sind Profis gefragt. Fachbetriebe sind häufig Mitglieder im Deutschen Schädlingsbekämpfer Verband oder im Verein für ökologische Schädlingsbekämpfung und über die Internetseiten der beiden Organisationen zu finden. Seriöse Schädlingsbekämpfer können in etwa den Preis für ihren Einsatz nennen und auch sagen, wie sie voraussichtlich vorgehen werden. Im Internet tummeln sich aber auch zahlreiche unseriöse Anbieter. Keinesfalls sollten Verbraucher:innen Firmen wählen, die nur eine 0800-Nummer oder Handynummer angeben. Ein Blick ins Impressum zeigt, ob der Betrieb tatsächlich am Wohnort oder in der Nähe angesiedelt ist.
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