Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen e.V.
Plötzlich teurer? Wenn Online-Preise auffällig schwanken
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Plötzlich teurer? Wenn Online-Preise auffällig schwanken
Hintergründe und Tipps zu dynamischen und personalisierten Preisen im Internet
Mal kostet ein Flug plötzlich mehr als am Vortag, mal steigt der Preis für ein Hotelzimmer innerhalb weniger Minuten: Viele kennen solche Preisschwankungen beim Online-Shopping. Häufig stecken dahinter dynamische Preissysteme. Außerdem können Unternehmen unter bestimmten Voraussetzungen auch personenbezogene Daten nutzen, um individuelle Angebote oder Rabatte auszuspielen. „Online-Händler und Plattformen sammeln viele Informationen über ihre Nutzer:innen, wie zum Beispiel Geräte- und Standortdaten, Interessen und das Kaufverhalten“, sagt Christine Steffen, Juristin und Datenschutz-Expertin der Verbraucherzentrale NRW. „Mithilfe dieser Daten können Unternehmen die Zahlungsbereitschaft ausloten und Preise entsprechend anpassen oder individuelle Rabatte ausspielen.“ Die Verbraucherzentrale NRW erklärt, was hinter schwankenden Online-Preisen steckt und worauf beim Einkauf im Internet zu achten ist.
Dynamische Preise vs. personalisierte Preise
Online-Shops und Plattformen passen Preise schon lange dynamisch an Nachfrage, Uhrzeit oder Konkurrenzangebote an. Solche Preisänderungen beruhen häufig auf Angebot und Nachfrage oder auf begrenzten Kapazitäten, etwa bei Flugreisen, Konzerttickets oder Hotelbuchungen. Auch saisonale Faktoren oder bestimmte Kaufzeiten können Einfluss auf den Preis haben. Bei der personalisierten Preisgestaltung geht das noch weiter: Hier können persönliche Daten genutzt werden, um einzelnen Nutzer:innen unterschiedliche Preise oder Rabatte anzuzeigen. Dabei können Informationen wie das bisherige Surf- und Kaufverhalten, der Standort oder frühere Bestellungen einfließen. Teilweise kann auch das verwendete Gerät eine Rolle spielen. Unternehmen versuchen auf diese Weise einzuschätzen, wie viel Verbraucher:innen vermutlich bereit sind zu zahlen.
Rechtliche Vorgaben
Für Verbraucher:innen ist häufig nicht nachvollziehbar, wie Preise im Internet zustande kommen oder ob persönliche Daten dabei eine Rolle spielen. Seit Ende Mai 2022 gelten deshalb zusätzliche Informationspflichten für Online-Shops und Online-Marktplätze. Unternehmen müssen darüber informieren, wenn Preise auf Grundlage einer automatisierten Entscheidungsfindung personalisiert werden. In der Praxis bleibt jedoch oft unklar, welche Daten konkret genutzt werden und wie stark diese den angezeigten Preis beeinflussen. Außerdem lässt sich nur schwer erkennen, ob andere Nutzer:innen gleichzeitig günstigere oder teurere Angebote angezeigt bekommen.
Praktische Tipps
Wer online einkauft, sollte Preise nicht vorschnell akzeptieren, sondern Angebote für Waren und Dienstleistungen zunächst beobachten. Gerade bei größeren Anschaffungen kann es sinnvoll sein, Preise über mehrere Tage hinweg zu vergleichen oder Preisvergleichsportale sowie Preiswecker zu nutzen. Auch ein Vergleich zwischen verschiedenen Anbietern lohnt sich häufig. Zudem können Preise je nach Tageszeit oder Wochentag schwanken. Verbraucher:innen können außerdem testen, ob sich Preise verändern, wenn sie verschiedene Geräte verwenden oder von unterschiedlichen Standorten aus auf einen Shop zugreifen. Wer nur notwendige Cookies zulässt, Tracking-Funktionen auf dem Smartphone einschränkt und die Standortfreigaben nur bei Bedarf erteilt, kann die Menge der über ihn gesammelten Daten reduzieren und so mehr Kontrolle über seine digitalen Spuren behalten.
Weiterführende Informationen:
- Alles zu dynamischen Preisen: www.verbraucherzentrale.nrw/node/28618
- Wie sich App-Tracking auf IOS- und Android-Geräten abschalten lässt: www.verbraucherzentrale.nrw/node/59791
- Cookies kontrollieren und verwalten: www.verbraucherzentrale.nrw/node/11996
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