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Frankfurter Rundschau: Erdogan unter Druck

Frankfurt (ots) - Der Selbstmordanschlag in Suruc mit mindestens 31 Toten setzt den türkischen Präsidenten Erdogan unter Druck. Denn das blutige Attentat von mutmaßlichen IS-Kämpfern gegen kurdische Aktivisten ist ein weiterer Hinweis darauf, dass die türkische Syrien-Politik gescheitert ist. Erdogan ließ die Dschihadisten bislang gewähren. Die islamistischen Terroristen konnten nahezu unbehelligt von der Türkei nach Syrien gelangen. Sie sollen sogar Erdöl in der Türkei verkauft haben oder in Krankenhäusern dort behandelt worden sein. Mit dieser Strategie wollte Erdogan den Einfluss Ankaras in der Region stärken und gleichzeitig verhindern, dass die Kurden in Syrien einen quasi autonomen Staat erschaffen wie im Irak. Nachdem die Dschihadisten mit dem Anschlag den Krieg in die Türkei getragen haben, wird Erdogan gegen sie vorgehen müssen, sonst wird er unglaubwürdig. Außerdem wird er einen Weg finden müssen, sich mit den Kurden zu arrangieren. Zwei starke Gegner sind zu viel.

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