POL-MA: Mannheim: DFB-Pokalbegegnung SV Waldhof Mannheim gegen 1. FC Kaiserslautern - vorläufige Bilanz des Polizeieinsatzes
Mannheim (ots)
Am 21. August 2026 fand um 18 Uhr im ausverkauften Mannheimer Carl-Benz-Stadion das DFB-Pokalderby zwischen dem SV Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern statt. Nach Angaben des Veranstalters besuchten rund 23.500 Zuschauer die Begegnung, darunter ca. 3.500 Gästefans.
Das Polizeipräsidium Mannheim hatte sich akribisch auf die brisante Begegnung vorbereitet.
Die Vorspielphase verlief überwiegend störungsfrei. Lediglich vereinzelte gegenseitige verbale Provokationen sowie das Zünden pyrotechnischer Gegenstände waren festzustellen. Körperliche Auseinandersetzungen konnten durch eine konsequente Fantrennung verhindert werden. Ein Fanmarsch von ca. 2.000 Anhängern des 1. FC Kaiserslautern vom Bahnhof Ludwigshafen-Mitte zum Hauptbahnhof-Mannheim (Lindenhofplatz) verlief ohne nennenswerte Störungen.
Über die gesamte Spielzeit wurde immer wieder zum Teil massive Pyrotechnik gezündet. Wenige Minuten nach Ende der regulären Spielzeit kam es zunächst auf dem Spielfeld zu einer Rudelbildung beider Mannschaften. Die aggressive Stimmung schwappte unmittelbar auf die Ränge über. Nachdem von der Haupttribüne Mannheimer Anhänger zahlreiche Becher in Richtung Spielerbank Kaiserslautern warfen, reagierten die Kaiserslauterer Anhänger mit dem gezielten Abschuss von Raketen in Richtung Haupttribüne. Daraufhin kam es zu einem Platzsturm der Mannheimer Anhänger und starke Polizeikräfte mussten auf dem Spielfeld einschreiten und die Personen in den Heimblock unter Zwangsanwendung zurückdrängen. Die Einsatzkräfte wurden zuvor aus dem Heimfanblock heraus mit pyrotechnischen Gegenständen und Raketen beschossen. Hierdurch wurden nach derzeitigem Stand 33 Beamte der Bundespolizei sowie zwei Polizeibeamte aus Baden-Württemberg leicht verletzt.
Der Anpfiff der Verlängerung musste daraufhin kurzzeitig verschoben werden. Nach Wiederaufnahme des Spiels kam es zu keinen weiteren Zwischenfällen. Nach Spielende kam es im Bereich des Gästefanblocks zum mutwilligen Anzünden und Verbrennen der sogenannten "Choreografie" der Gästefans. Der Brand wurde durch die Berufsfeuerwehr Mannheim gelöscht.
Erste Ermittlungen wegen Beleidigungen, verschiedener Körperverletzungsdelikte, Sachbeschädigungen, Landfriedensbruchs, tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte sowie Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz wurden eingeleitet. Nach aktuellem Stand wurden mehrere Fußballfans vorläufig festgenommen. Insgesamt mussten 85 Personen medizinisch betreut werden, acht von ihnen wurden zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus gebracht.
Zur beweissicheren Dokumentation wurden Videoaufnahmen im Zusammenhang mit dem Einsatz von Pyrotechnik und dem Zünden von Feuerwerkskörpern gefertigt. Eine Auswertung hinsichtlich der konkreten Anzahl der Straftaten und Ordnungswidrigkeiten steht noch aus.
Sowohl in der Vorspiel- als auch in der Nachspielphase kam es zu kurzzeitigen Verkehrssperrungen und damit einhergehenden Verkehrsbeeinträchtigungen sowie vorübergehenden Beeinträchtigungen im öffentlichen Personennahverkehr.
"Die intensive Vorbereitung aller beteiligten Institutionen und die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten haben sich ausgezahlt. Unser taktisches Konzept ging voll auf", resümierte Polizeidirektor Michael Reichert, Gesamteinsatzleiter des Polizeipräsidiums Mannheim.
Insgesamt waren rund 1.400 Polizeibeamtinnen und -beamte im Einsatz. Neben den eigenen Kräften des Polizeipräsidiums Mannheim waren auch Kolleginnen und Kollegen des Polizeipräsidiums Einsatz verschiedener Standorte sowie Polizeikräfte aus Rheinland-Pfalz, Bayern und der Bundespolizei in die Einsatzmaßnahmen eingebunden.
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