HZA-P: Hauptzollamt Potsdam feiert 75 Jahre Bundeszollverwaltung und die Einweihung des Paradome
Vom Eisenbahndenkmal zum modernen Verwaltungsstandort: Lokzirkus schreibt Zollgeschichte fort
Potsdam (ots)
Anlässlich des 75-jährigen Jubiläums der Bundeszollverwaltung und der gleichzeitigen Einweihung der neuen Liegenschaft, feiert das Hauptzollamt Potsdam zusammen mit seinen Partnern aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung gleich zwei historische Meilensteine.
Dr. Rolf Bösinger, Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen: "Dieser Tag steht nicht nur im Zeichen eines neuen Kapitels für das Hauptzollamt Potsdam, sondern auch im Zeichen der Geschichte und Tradition. Denn wir feiern auch 75 Jahre Bundeszollverwaltung - eine Institution, die sich von einer klassischen Grenz- und Abgabenverwaltung zu einer modernen Sicherheitsbehörde und Finanzverwaltung entwickelt hat".
Der Zoll blickt auf 75 Jahre seiner Geschichte in der Bundesrepublik Deutschland zurück. Er leistet einen wichtigen Beitrag für einen funktionierenden Sozialstaat. In den vergangenen Jahrzehnten haben sich die Aufgaben des Zolls sukzessive erweitert. Neben der Erhebung von Zöllen und Steuern bekämpft der Zoll Schwarzarbeit, Schmuggel und internationale Kriminalität. Digitalisierung, internationale Zusammenarbeit und moderne Kontrollmethoden prägen heute die Arbeit des Zolls.
Dr. Armin Rolfink, Präsident der Generalzolldirektion: "Der Zoll nutzt bundesweit viele denkmalgeschützte und historische Gebäude. Das Paradome Potsdam, das als Industriedenkmal erhalten werden konnte, zeigt eindrücklich, wie historische Gebäude in einem modernen Arbeitsumfeld heute genutzt werden können."
Daniel Keller, Minister der Finanzen des Landes Brandenburg: "Die Zollverwaltung ist eine moderne Sicherheits- und Wirtschaftsverwaltung. Sie sorgt dafür, dass Warenströme funktionieren, Lieferketten stabil bleiben und fairer Wettbewerb möglich ist. Gerade für ein exportorientiertes Land wie Brandenburg ist ein leistungsfähiger Zoll daher von enormer Bedeutung. Umso mehr freue ich mich, dass wir mit der neuen Liegenschaft des Hauptzollamtes Potsdam auch ein starkes Bekenntnis zum Standort Potsdam und zum Land Brandenburg sehen."
Dr. Tim Bretschneider, Leiter des Hauptzollamtes Potsdam: "Der traditionsreiche Lokzirkus hat ein neues Kapitel seiner Geschichte aufgeschlagen: Nach aufwändiger Sanierung und Modernisierung hat sich die historische Lokomotiv-Montagehalle nun in ein modernes Büro- und Verwaltungsgebäude verwandelt und schreibt Zollgeschichte fort, in denen sich Tradition, Wandel und Zukunftsfähigkeit verbinden. Als Leiter des Hauptzollamtes Potsdam bin ich stolzer Nutzer des Paradomes und danke allen Beteiligten, die dieses Projekt unterstützt und ermöglicht haben. Die Historie der Zollverwaltung zeigt, dass wir uns fortlaufend an neue Anforderungen anpassen müssen - diese Liegenschaft bietet schon heute die Möglichkeit alle Einheiten des Hauptzollamtes zu vereinen und künftig Spielraum, zusätzlichen Personalbedarf aufzufangen."
Mit großer Sorgfalt wurde der denkmalgeschützte Lokzirkus in den vergangenen vier Jahren umgebaut. So ist das beeindruckende Industriedenkmal durch dauerhafte Nutzung langfristig gesichert. Der Investor und Wegbereiter des Projekts "Paradome", Jürgen Wowra, plante zunächst eine multifunktionale Nutzung mit Büroräumen, Hotel und Veranstaltungsfläche. Später entwickelte sich das Projekt zu einem modernen Verwaltungsstandort.
Jürgen Wowra, Investor und Eigentümer des Paradomes: "Mit Respekt an die Vordenker des PARADOME will gut Ding Weile, und Denkmal eine besonnene Hand haben. Denn einmal in Gang gesetzt, fängt man Geschichte nicht mehr so leicht ein, und es bleibt meist nur ein denk mal nach, bis zur mühsamen Korrektur. Das hat uns bewogen auf den einzig richtigen Wurf zu warten. Und dieser ist uns hiermit gelungen - Danke für diese Möglichkeit -"
Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben betreute als Mieter bereits die Umbaumaßnahmen und stellt es dem Hauptzollamt Potsdam zur Verfügung.
Neben modernen Büro- und Besprechungsräumen wurden bei der Sanierung auch nachhaltige und energieeffiziente Lösungen umgesetzt. Das ursprüngliche Sheddach wurde durch ein Dach aus Stahlbeton ersetzt, auf dem mehrere PV-Anlagen montiert wurden. Die damit gewonnene Energie wird für die Betankung der dienstlichen Elektrofahrzeuge genutzt. Außerdem wurde das Gebäude mit einer ökologischen Wärmepumpe ausgestattet. So erhielt der Umbau 2024 beim Brownfield Award des DEBV einen Sonderpreis.
Peter Schindler, Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA): "Nach über 120 Jahren Industrienutzung und Leerstand konnte das Gebäude in ein modernes Büro- und Verwaltungsgebäude umgewandelt werden. Rund 16.000 Quadratmeter Nutzfläche sind durch den Einbau neuer Geschossdecken innerhalb des sechseckigen Ziegelbaus entstanden. Die historische Kuppelhalle konnte somit auch nach dem Umbau weiterhin in ihrer ursprünglichen Dimension erhalten bleiben. Das vertrauensvolle, konstruktive und pragmatische Zusammenwirken aller Beteiligten hat es ermöglicht, dieses beeindruckende Bauvorhaben zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen."
Historie des Paradome
Die Lokomotiv-Montagehalle wurde in den Jahren 1899 / 1900 durch Orenstein & Koppel errichtet. Aufgrund ihres sechseckigen Grundrisses sowie der etwa 20 Meter hohen Schwedler-Kuppel mit 48 Metern Spannweite wurde sie auch als "Lokzirkus" bekannt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte die Nutzung als volkseigener Betrieb Lokomotivbau Karl Marx Babelsberg (LKB), in dem bis 1976 Lokomotiven gefertigt wurden. Nach Einstellung des Produktionsbetriebs im Jahr 1990 blieb das Gebäude aufgrund seiner markanten Bauweise und seines industriegeschichtlichen Charakters erhalten und wurde unter anderem als Filmkulisse genutzt. Schließlich fiel die Entscheidung, den Gebäudekomplex zu einer modernen Verwaltungsnutzung umzubauen. Die Baumaßnahmen begannen im Jahr 2022 und wurden im Jahr 2025 abgeschlossen.
Einen besonderen Beitrag zum Gelingen des Festaktes konnte die DRK-Werkstatt für Menschen mit Behinderungen in Potsdam leisten, die mit der Gestaltung und Erstellung der Einladungskarten und Programmhefte für ein gestalterisches Highlight in höchster Qualität gesorgt hat.
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Christiane Ullrich
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