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Polizei Münster

POL-MS: Verkehrsunfallstatistik 2023 in Münster

Münster (ots)

Zahl der verletzten Verkehrsteilnehmer im Stadtgebiet deutlich gesunken - Unfälle mit Fahrrädern und Pedelecs rückläufig - Unfälle mit E-Scootern auf stabilem Niveau - Neue Fachstrategie Verkehr in Nordrhein-Westfalen

Die Anzahl von Verletzten im Straßenverkehr ist im vergangenen Jahr deutlich gesunken. Trotz insgesamt steigender Unfallzahlen sank die Zahl der Verkehrsunfälle mit Verletzen um knapp zehn Prozent auf 1.303 (2022: 1445). Die Gesamtzahl der Unfälle stieg 2023 um gut sechs Prozent auf 11.393. Im Vorjahr hatte es 10.740 Verkehrsunfälle in Münster gegeben. "Der Rückgang der Anzahl von Verletzten ist eine wirklich gute Nachricht", machte Polizeipräsidentin Alexandra Dorndorf am Montag (18.03.) nach Veröffentlichung der Statistik deutlich. "Denn hinter jedem Opfer von Verkehrsunfällen verbirgt sich am Ende eine Leidensgeschichte." Deshalb hat die Polizei Münster die Sicherheit ungeschützter Verkehrsteilnehmer wie Radfahrer, Fußgänger oder Benutzer von E-Scootern ganz besonders im Blick. "Diese Gruppen tragen im Straßenverkehr das höchste Risiko, Opfer eines Verkehrsunfalls zu werden", erläuterte Dorndorf. In Münster gab es 2023 sieben Verkehrstote. Jeder Unfall mit tödlichem Ausgang wird nach hohen Qualitätsstandards aufgenommen und bearbeitet. Außerdem erfolgen eine unmittelbare Kontaktaufnahme und präventivfachliche Bewertung in enger Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden. Daneben kommt dem polizeilichen Opferschutz in diesem Zusammenhang eine besondere Bedeutung zu. "Wir werden alles daran setzen, diese tragische Zahl zu senken. Denn klar ist: Jeder Verkehrstote, jeder Verletzte im Straßenverkehr ist einer zu viel!", so Dorndorf.

Deutlich weniger Fahrrad- und Pedelecunfälle in Münster

Die Verkehrsunfälle mit Fahrrädern oder Pedelecs sind 2023 deutlich rückläufig. Die Polizei verzeichnete bei den Fahrradunfällen einen Rückgang von 9,79 Prozent (2022: 827, 2023: 746). Die Zahl der Pedelecunfälle sank ebenfalls um 13,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (2022: 228, 2023: 197). "In der Fahrradstadt Münster haben wir die Entwicklung des Radverkehrs besonders im Blick. Der Rückgang der Unfallzahlen zeigt, dass unsere intensive Präventionsarbeit - insbesondere auch die gute Netzwerkarbeit in der Ordnungspartnerschaft 'Sicher durch Münster' - erfolgreich ist", so Alexandra Dorndorf. Neben dem Rückgang der Radunfälle insgesamt sind auch die Zahlen der Verletzten bei Radunfällen rückläufig. In 2023 sank die Zahl der verletzten Fahrradfahrer um 9,48 Prozent (2022: 717, 2023: 649) und die Zahl der verletzten Pedelecfahrer sogar um 17,51 Prozent (2022: 217, 2023: 179).

Unfallfluchten auf Vorjahresniveau - Steigende Aufklärungsquote

Die Verkehrsunfallfluchten im Stadtgebiet sind in 2023 auf Vorjahresniveau. Im Stadtgebiet sank die Zahl auf 2.481 (2022: 2.550). Hiervon wurden 1.046 Fluchten aufgeklärt. Die Anzahl der Verkehrsunfallfluchten mit Verletzten sank ebenfalls auf nun 142 Fälle (2022: 162). Eine Steigerung gibt es bei der Aufklärungsquote. So wurden von den 142 Verkehrsunfallfluchten 74 Fälle aufgeklärt, was einer Quote von circa 52 Prozent entspricht. "Die professionelle Arbeit der Spurensicherung an den Unfallstellen, zum Beispiel des Verkehrsunfallaufnahmeteams, sowie die akribische Arbeit der Verkehrsermittler sind wesentlicher Grund für die positive Entwicklung der Aufklärungsquote", erklärte Volker Wittenbreder. "Die qualifizierte Verkehrsunfallaufnahme ist auch Teil der neuen Fachstrategie Verkehr."

Unfälle mit Fußgängern: Zahl der Verunglückten steigt an - Unachtsamkeit oft Ursache

Bei 166 Verkehrsunfällen verunglückten 130 zu Fuß Gehende (2022: 126), dabei gab es 14 Schwerverletzte. Drei Fußgänger kamen bei Verkehrsunfällen ums Leben, darunter ein Kind. In den meisten Fällen war das Überqueren der Fahrbahn die Unfallursache. So achteten zu Fuß Gehende - wenn sie Unfallverursacher waren - nicht auf den Fahrzeugverkehr oder traten unachtsam hinter Sichthindernissen hervor.

Zahl der E-Scooter-Unfälle in 2023 auf stabilem Niveau

Seit der Zulassung der E-Scooter 2019 sind die Elektrokleinstfahrzeuge aus dem Verkehr nicht mehr wegzudenken. Sie stellen für die Verkehrsteilnehmer ein schnell verfügbares Verkehrsmittel dar, mit dem kurze Strecken gefahren werden können. Durch den stetigen Anstieg der Nutzung in den vergangenen Jahren stieg auch die Zahl der Unfälle unter Beteiligung von E-Scootern an. In 2023 gab zwar einen leichten Anstieg von 5,36 Prozent, jedoch befindet sich die Zahl nach dem deutlichen Anstieg 2022 auf einem stabilen Niveau (2021: 82, 2022: 112, 2023: 118). Die Zahl der verletzten E-Scooter-Nutzenden sank in 2023 jedoch um 7,59 Prozent (2022: 79, 2023: 73). Eine Gefahr bei der E-Scooter-Nutzung ist oftmals das Fahren unter Alkoholeinfluss. So gab es im Bereich der E-Scooter-Nutzung 64 folgenlose Trunkenheitsfahrten.

"Das Thema Alkohol im Straßenverkehr hat die Polizei natürlich immer im Blick. Viele E-Scooter-Fahrende wissen nicht, dass beim Nutzen der E-Scooter dieselben Grenzwerte wie beim Autofahren gelten. Das Fahren unter Alkoholeinfluss gefährdet nicht nur die Gesundheit der Fahrenden selbst, sondern auch die, der anderen Verkehrsteilnehmer und Unbeteiligter", macht Direktionsleiter Verkehr Volker Wittenbreder deutlich. "Alkohol im Straßenverkehr ist ein wichtiges Thema der Verkehrsunfallprävention. So sensibilisieren die Kolleginnen und Kollegen zum Beispiel auf die Gefahren des Alkohols mit einem Parcours und sogenannten Rauschbrillen."

"Viele Kolleginnen und Kollegen arbeiten mit großer Leidenschaft im Bereich der Verkehrsunfallbekämpfung", berichtet Alexandra Dorndorf von der Arbeit in der Direktion Verkehr. "Die polizeiliche Präventionsarbeit ist dabei ein elementarer Bestandteil, um den Straßenverkehr für die Menschen sicherer zu machen. Das Engagement in diesem Bereich, aber auch bei den Experten des Verkehrsunfallaufnahmeteams, bei all denen, die den Straßenverkehr in Münster im Blick haben, beeindruckt mich sehr", sagte Dorndorf. "Ich weiß, dass man in diesem Arbeitsbereich auch viel aushalten muss. Verkehrsteilnehmer sind nicht immer bereit, die Risiken, die sie verursachen, zu erkennen und unsere Maßnahmen zu akzeptieren. Das ist ein schwieriges und auch belastendes Geschäft."

Autobahn: Lkw-Unfälle steigen leicht an - Unfallbeteiligte überwiegend leicht verletzt

Auf den Autobahnen im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Münster sind die Unfallzahlen um 0,4 Prozent angestiegen (2022: 4.013, 2023: 4.029). Bei den Unfällen verunglückten 788 Menschen, darunter 160 Schwerverletzte und 619 Leichtverletzte. Auf der Autobahn kamen bei Unfällen 9 Menschen ums Leben (2022: 11). Bei den Schwerverletzten ist ein Rückgang von gut acht Prozent zu verzeichnen. Die Zahl der Leichtverletzten stieg jedoch um 119 (2022: 500, 2023: 619).

Die Verkehrsunfälle unter Beteiligung von Lkw stiegen um 1,86 Prozent an (2022: 1.557, 2023: 1586). Zwar ist die Zahl der Unfälle mit Verletzten ebenfalls angestiegen, jedoch verletzten sich die Unfallbeteiligten überwiegend leicht. Die Zahl der Leichtverletzten stieg um 40,54 Prozent (2022: 111, 2023: 156), die Zahl der Schwerverletzten sank um 9,76 Prozent (2022: 41, 2023: 37).

Nordrhein-Westfalen setzt auf neue Fachstrategie im Bereich Verkehr

Die neue Fachstrategie in Nordrhein-Westfalen im Bereich Verkehr verfolgt einen neuen Weg, aber das gleiche Ziel: weniger Tote und Schwerverletzte bei Verkehrsunfällen! Das Polizeipräsidium Münster setzt mit der behördenspezifischen Schwerpunktsetzung bereits seit Jahren auf den Schutz der ungeschützten Verkehrsteilnehmer.

Die neue Fachstrategie Verkehr wurde in den letzten zwei Jahren im Austausch mit allen Polizeibehörden in Nordrhein-Westfalen weiterentwickelt. Mit den Hashtags #Leben und #SicherimStraßenverkehr macht die Polizei NRW auf die Wichtigkeit des sicheren Straßenverkehrs aufmerksam.

Die gesamte Bilanz ist auf der Homepage der Polizei Münster unter https://muenster.polizei.nrw/sites/default/files/2024-03/sperrfrist-12-uhr-final_jahresbericht_2023.pdf abrufbar.

Kontakt für Medienvertreter:

Polizei Münster
Niklas Preuth
Telefon: 0251/ 275- 1010
E-Mail: pressestelle.muenster@polizei.nrw.de
https://muenster.polizei.nrw/

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