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BDU Bundesverband Deutscher Unternehmensberatungen

Unternehmensberater für unabhängige Konjunkturprognosen der EU-Mitgliedstaaten an Brüssel

Bonn/Berlin (ots)

Nach Ankündigung eines Vertragsverletzungsverfahren gegen
   Griechenland: Angaben der nationalen Regierungen objektivieren -
   Glaubwürdigkeit des Stabilitätspakts verbessern -
   Vertrauensgrundlage für Reform der Maastrichtkriterien schaffen
Die Einschätzungen der konjunkturellen Entwicklung in den
einzelnen Mitgliedstaaten der Europäischen Union sollen in Zukunft
nicht mehr durch die nationalen Regierungen erstellt werden, sondern
durch unabhängige Institutionen. Dies fordert der Präsident des
Bundesverbandes Deutscher Unternehmensberater BDU e.V., Rémi Redley,
mit Blick auf die erheblichen Unterschiede zwischen den nach Brüssel
gemeldeten Daten und den später tatsächlich eintretenden Werten. Es
sei zwar  "nachvollziehbar", dass die nationalen Regierungen ihre
Wachstumsprognosen unrealistisch positiv bewerteten. Diese
dauerhaften Fehleinschätzungen untergrüben allerdings die notwendige
Transparenz bei der nationalen Haushaltserstellung und beschädigten
zugleich die Glaubwürdigkeit des Stabilitätspakts.
Redley begrüßt in diesem Zusammenhang ausdrücklich die Eröffnung
eines Vertragsverletzungsverfahrens der Europäischen Kommission gegen
Griechenland wegen falsch gemeldeter Wirtschaftszahlen. Er geht
allerdings davon aus, dass auch die ständigen Fehlprognosen der
Defizitsünder Deutschland, Italien und Frankreich "kein reiner
Zufall" seien, sondern politisch gewollt. Zum einen würden sie
kurzfristig den Druck von nationalen Konsolidierungsmaßnahmen nehmen,
zum anderen würde damit versucht, Reaktionen der Kommission zu
vermeiden. "Anschließend werden von den Regierungen immer wieder
angeblich nicht vorhersehbare Einflüsse wie der Ölpreis oder
Steuerausfälle ins Felde geführt, obwohl diese Umstände von
vorneherein in die Konjunkturberechnungen hätten einfließen müssen",
kritisiert Redley die zunehmende Politisierung des Finanzwesens.
Notwendig sei eine konsequente Entkopplung von politischen
Interessen und finanzwissenschaftlichen Berechnungen. Redley:
"Erfahrungen in meiner zweiten Heimat, der Niederlande, zeigen, dass
die Verlagerung der Konjunkturberechnung auf unabhängige Stellen zu
einer besseren Qualität der Zahlen führen." Ähnlich zuverlässige,
nicht Politik-abhängig erstellte Berechnungen, gebe es nach Angaben
von EU-Ökonomen für Belgien und Österreich. Sinnvoll wäre daher, dass
die nationalen Rechnungshöfe, Notenbanken oder neutrale
Forschungsinstitute die Zahlen berechneten.
Eine derartige Verpflichtung hält der BDU-Präsident auch vor dem
Hintergrund des Beitritts weiterer Staaten zur Europäischen Union und
der Erweiterung der Währungsunion für erforderlich. Denn dass
einzelne Staaten die Maastricht-Kriterien nicht einhalten könnten,
führe ja - wie zur Zeit ersichtlich - nicht automatisch zu einem
schwachen Euro. Problematischer sei vielmehr eine unglaubhafte
Finanzpolitik der Euro-Volkswirtschaften, die zu einem
Vertrauensrückgang in die Währung führe. Daher dürfe das Beispiel
Griechenland keine Schule machen. Wenn mehr Transparenz geschaffen
sei, könne man im übrigen auch über eine moderate Liberalisierung des
Stabilitätspakts nachdenken, meint Redley, der zugleich Präsident des
europäischen Beraterverbandes FEACO mit Sitz in Brüssel ist.
Weitere Informationen erhalten Sie bei: 
Bundesverband Deutscher Unternehmensberater BDU e.V. 
Klaus Reiners (Pressesprecher) 
Zitelmannstraße 22, 53113 Bonn und Kronprinzendamm 1, 10711 Berlin 
Tel.: 0228/9161-20, eMail:  rei@bdu.de

Original-Content von: BDU Bundesverband Deutscher Unternehmensberatungen, übermittelt durch news aktuell

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