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DIE ZEIT

Bosbach warnt vor rechtsextremistischer Gewalt - und fordert von demokratischen Konservativen eine "glasklare Abgrenzung" nach rechtsaußen

Hamburg (ots)

Wolfgang Bosbach, Vize-Chef der Unionsfraktion im
Bundestag, hat vor einer zunehmenden Gewaltbereitschaft der 
rechtsextremistischen Szene gewarnt. "Während das 
NPD-Verbotsverfahren lief, hat sich die Partei betont zurückgehalten.
Nachdem es aber krachend gescheitert ist, tritt die NPD dreister auf 
als je zuvor", sagte der Innenexperte dem ZEIT-Internetportal 
www.netz-gegen-nazis.de.
Von rechten Demokraten forderte Bosbach eine "glasklare 
Abgrenzung" gegenüber Rechtsextremisten: "Ein Konservativer hat mit 
Rechtsextremisten nichts, aber auch überhaupt nichts am Hut", so 
Bosbach, der innerhalb der Union als Konservativer gilt. "Es darf da 
überhaupt keine Grauzone geben." Zum Unterschied zwischen 
demokratischer und extremer Rechter erklärte er:  "Der 
Rechtsextremist sagt: 'Ausländer raus!' Der Konservative aber sagt: 
'Bemüht Euch um Integration!'" Wer ein T-Shirt mit einem 
ausländerfeindlichen Aufdruck trage, der handle nicht patriotisch, 
sondern idiotisch. "Ein Konservativer würde niemals das Ansehen 
seines Landes beschädigen, im Gegenteil. Dem Konservativen liegt ja 
gerade sein Land am Herzen. Wer sich aber in genannter Weise 
positioniert, der schädigt das Ansehen seines Landes in der ganzen 
Welt."
Die Union wende sich gegen Rechtsextremismus, "gerade WEIL wir 
einen konservativen Flügel haben". Bosbach distanzierte sich auch von
der umstrittenen Wochenzeitung 'Junge Freiheit': Ganz bewusst gebe er
dem Blatt keine Interviews. Es habe sich "einige Zeit redlich darum 
bemüht, mich für ihre Zwecke einzuspannen, was ich immer abgelehnt 
habe", so Bosbach. "Anschließend erschien dann ein wüster Artikel, 
der mich in die Nähe von Kommunisten gerückt hat. Seitdem weiß ich, 
dass es richtig war, um diese Publikation einen Bogen zu schlagen."
Den Wortlaut des Interviews finden Sie auf zeit.de
oder unter: http://www.netz-gegen-nazis.com/artikel/wolfgang-bosbach

Pressekontakt:

Silvie Rundel
Tel.: 0170-9660080
rundel@zeit.de

Original-Content von: DIE ZEIT, übermittelt durch news aktuell

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