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Donnerstag, 17. März 2011, 21.00 Uhr
ZDF.reporter unterwegs
Kuschelpädagogik oder Paukschule - was macht deutsche Schüler besser?
mit Norbert Lehmann

Mainz (ots) - Seit dem so genannten PISA-Schock vor knapp zehn Jahren ist im Bildungsland Deutschland einiges in Bewegung geraten. Verunsicherte Eltern verlangen Veränderungen - Bildung ist in aller Munde. Und tatsächlich, in den 16 Bundesländern wird fleißig reformiert. Aber wohin soll die Reise gehen? Einige sehnen sich zurück nach Ordnung und Disziplin, andere beklagen zu viel Druck, wollen den Spaß am Lernen fördern.

Doch nicht nur Eltern klagen. Schon heute leide unsere Wirtschaft unter Fachkräftemangel, sagen die Industrieverbände - und der Geburtenrückgang werde das Problem noch verschärfen. Wie kann eine Export- und Ingenieursnation wie Deutschland den vorhandenen Nachwuchs optimal fördern? Muss im Zeitalter der Globalisierung nicht noch viel mehr getan werden?

Die Sendung "ZDF.reporter unterwegs" beschreibt ein Bildungssystem im Umbruch, benennt Konflikte, stellt Fragen und zeigt mögliche Antworten:

Wie viel Druck ist gut? Deutschlands Schüler sind Mittelmaß, das zeigen auch die Ergebnisse aktueller Leistungsvergleiche. Unter den Siegern sind dagegen Shanghai, Korea, Hongkong und Singapur - Regionen, deren Schulen für radikale Leistungsorientierung bekannt sind. Nicht erst seit dem umstrittenen Buch der chinesischen "Tigermutter" Amy Chua fürchten viele, Deutschlands Schüler seien zu wenig leistungsbereit, würden von fleißigen Asiaten überholt. Doch ist Drill der einzige Weg zum Erfolg? Die PISA-Erfolge liberaler, offener Länder wie Finnland scheinen das zu widerlegen. Andererseits beobachten viele Eltern: Kinder wollen etwas leisten - und zu viel Freiheit kann auch Frust erzeugen. Eine Reportage über unterschiedliche Lernkulturen in Deutschland.

Ist Chancengleichheit eine Illusion? Ein zentraler Kritikpunkt am deutschen Bildungssystem: Es ermögliche nur sehr wenigen den sozialen Aufstieg. Tatsächlich klafft die Schere zwischen Kindern der Mittel- und Oberschicht und denen aus "bildungsfernen" Familien immer weiter auseinander. Auf der einen Seite wird immer mehr in Kinder investiert, auf der anderen fehlt es an elementaren Kulturtechniken.

Sind Jungen unsere Sorgenkinder? Beim Lesen hinken sie ein halbes Jahr hinter den Mädchen her, unter den schwachen Lesern sind sie doppelt so häufig vertreten. Zwei Drittel der Schulabbrecher, drei Viertel der Sonderschüler sind männlich. Immer weniger Jungen machen Abitur. Woran liegt das? Fehlen männliche Rollenvorbilder in unserem Bildungssystem? Immerhin sind gerade mal 2,4 Prozent aller Erzieher männlich; an Grundschulen unterrichten fast nur Frauen. Oder ist unser Schulsystem vielleicht zu sehr auf Mädchen ausgerichtet? Jungen sollen aussehen wie Jungen, Fußball spielen und auf Ritter stehen. Aber lernen sollen sie wie Mädchen.

"Kuschelpädagogik oder Paukschule - was macht deutsche Schüler besser?" -Norbert Lehmann moderiert die Sendung nicht aus dem Studio, sondern von vor Ort.

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