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Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND)

++ BUND zum Gebäudemodernisierungsgesetz: Klimapolitischer Tiefpunkt, Triumph für die Gas-Lobby ++

Kommentar

13. Mai 2026 | 078

BUND-Pressestelle

Tel.: 030 - 27586 - 109

presse@bund.net

BUND zum Gebäudemodernisierungsgesetz: Klimapolitischer Tiefpunkt, Triumph für die Gas-Lobby

Zum heutigen Kabinettsbeschluss des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG) erklärt Olaf Bandt, Vorsitzender beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND):

„Das neue Gebäudemodernisierungsgesetz markiert einen Tiefpunkt in der bundesdeutschen Klimapolitik und treibt die Heizkosten in die Höhe. Klimaschädliche Gas- und Ölheizungen sollen weiter eingebaut und sogar über 2045 hinaus betrieben werden dürfen. Auch mehr Effizienz im Gebäudebereich wird weiter verschleppt. Die nötige weitreichende Modernisierung von Gebäuden findet so nicht statt. Wir appellieren an die Abgeordneten des Bundestages, diesen fossilen Rollback zu stoppen und eine soziale Sanierungsoffensive für Gebäude auf den Weg zu bringen.

Die geplante Beimischung von vermeintlich ‚grünen Brennstoffen‘ wie Biomethan ist eine teure Mogelpackung. Diese sind weder klimaneutral noch in ausreichendem Maß nachhaltig verfügbar. Der Schutz von Mieter*innen vor den massiven Kostenrisiken dieser Regelung ist nicht gewährleistet.

Mit dem Gesetz schlägt die Regierung einen fossilen Irrweg zugunsten der Gaslobby ein. Dabei ist klar: Deutschland muss auf ökologischen Modernisierungskurs. Nur mit Erneuerbaren, Energieeffizienz und einem sparsamen Umgang mit Ressourcen wird das Land krisenfest.“

Hintergrund:

Mit den geplanten Änderungen im neuen GModG, werden aus Sicht des BUND die zentralen ordnungsrechtlichen Vorgaben der Wärmewende abgeschafft. Besonders kritisch sind dabei die Abschaffung der 65-Prozent-Vorgabe für erneuerbare Energien bei neuen Heizungen, die Öffnung für fossile Heizsysteme sowie das Fehlen eines klaren gesetzlichen Pfads zur Umsetzung der Klimaneutralität bis 2045. Studien (unter anderem vom Öko-Institut) zeigen bereits, dass die ohnehin bestehende Klimaschutzlücke im Gebäudesektor dadurch absehbar noch größer wird.

Zugleich warnt der BUND vor zusätzlichen ökologischen und sozialen Risiken durch die geplante stärkere Nutzung beziehungsweise Beimischung sogenannter „grüner“ Brennstoffe. Insbesondere im vermieteten Gebäudebestand fehlt es weiterhin an ausreichenden Schutzmechanismen gegen hohe Kosten und es bestehen Fehlanreize zulasten von Mieter*innen. Zwar ist grundsätzlich zu begrüßen, dass zusätzliche Kosten aus der sogenannten Bio-Treppe sowie steigende Netzentgelte und CO2-Kosten nicht vollständig auf Mieter*innen abgewälzt werden sollen. Die Regelung bleibt jedoch mangelhaft, weil nur 50 Prozent der Kosten von den Vermietenden übernommen werden sollen, und das auch nur bis zu einer Beimischungsquote in Höhe von 30 Prozent, obwohl die Quote ab 2040 bei 60 Prozent liegen soll. So landet ein zu großer Teil der Mehrkosten bei den Mietenden – obwohl diese in der Regel keinen Einfluss auf die Wahl des Heizsystems haben.

Der BUND fordert stattdessen eine konsequente Priorisierung effizienter und klimaneutraler Lösungen wie Wärmepumpen und Wärmenetze. Der Einsatz von Wasserstoff und Biomasse im Gebäudebereich muss auf eng begrenzte Anwendungsfälle beschränkt bleiben. Zudem brauche es einen wirksamen gesetzlichen Rahmen, um den Energieverbrauch im Neubau und Bestand deutlich zu senken und Verbraucher*innen sowie Mieter*innen vor teuren Fehlinvestitionen zu schützen.

Fast 30.000 Menschen richteten gemeinsam mit dem BUND einen Eil-Appell die zuständigen Bundesminister*innen. Sie forderten, das Geschenk an die Gaslobby zu stoppen und klimafreundliches und bezahlbares Heizen zu ermöglichen. Diese Forderung werden wir weiter in den Bundestag einbringen.

Redaktionshinweis: Unter dem Motto „Zukunft statt Gas - Gemeinsam für die Energiewende“ ruft ein deutschlandweites Bündnis für Samstag, den 30. Mai, in Hamm zu einer Demonstration für eine gerechte Energiewende und gegen Milliarden-Subventionen für neue Gaskraftwerke auf. Der Protest richtet sich gegen die Energiepolitik von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU). Die Demonstration wird initiiert von Campact, Fridays for Future, BUND und Greenpeace. Zahlreiche weitere Organisationen unterstützen den Aufruf.

Mehr Informationen:

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ist mit rund 674.000 Mitgliedern und Unterstützer*innen einer der größten Umweltverbände Deutschlands. Seit über 50 Jahren engagiert er sich unter anderem für eine ökologische Landwirtschaft, den Klimaschutz, den Schutz bedrohter Arten, des Waldes und des Wassers. Finanziert durch Spenden und Mitgliedsbeiträge ist der BUND unabhängig von Politik und Wirtschaft.

Hrsg.: Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) e.V., Nicole Anton (v.i.S.d.P.), Kaiserin-Augusta-Allee 5, 10553 Berlin

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