Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband e. V. (DeSH)
Inoffizieller Entwurf des Klimaschutzprogramms der Bundesregierung
Ein Dokument
Berlin, 11.02.2026 - Deutschland wird seine Klimaziele bis 2045 aller Wahrscheinlichkeit nach verfehlen – zu diesem Ergebnis kommt auch der inoffizielle Entwurf des Klimaschutzprogramms der Bundesregierung. Der Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband e. V. (DeSH) kritisiert daher, dass die Klimapolitik weiterhin Stückwerk bleibt. Das Klimaschutzprogramm enthält zwar einige richtige Ansätze, bleibt insgesamt jedoch widersprüchlich. Vor allem im Verkehrs- und Gebäudesektor bleiben die notwendigen Maßnahmen zur CO2-Minderung aus, zugleich klaffen Anspruch und Wirklichkeit im Landnutzungssektor (LULUCF) immer weiter auseinander.
Anbei erhalten Sie die Pressemitteilung des Deutschen Säge- und Holzindustrie Bundesverband e. V.
Inoffizieller Entwurf des Klimaschutzprogramms der Bundesregierung
60 Mio. Tonnen CO2-Lücke verlangt Kurskorrektur beim Klimaschutz
Deutschland wird seine Klimaziele bis 2045 aller Wahrscheinlichkeit nach verfehlen – zu diesem Ergebnis kommt auch der inoffizielle Entwurf des Klimaschutzprogramms der Bundesregierung. Der Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband e. V. (DeSH) kritisiert daher, dass die Klimapolitik weiterhin Stückwerk bleibt. Das Klimaschutzprogramm enthält zwar einige richtige Ansätze, bleibt insgesamt jedoch widersprüchlich. Vor allem im Verkehrs- und Gebäudesektor bleiben die notwendigen Maßnahmen zur CO2-Minderung aus, zugleich klaffen Anspruch und Wirklichkeit im Landnutzungssektor (LULUCF) immer weiter auseinander.
„Es ist absolut richtig, die Resilienz der Wälder im Klimawandel durch einen beschleunigten Waldumbau zu stärken. Unverständlich ist jedoch, dass dieser Ansatz im Klimaschutzprogramm im selben Atemzug durch Maßnahmen des sogenannten natürlichen Klimaschutzes konterkariert wird, die den Waldumbau einschränken, die Extensivierung alter Laubwälder vorantreiben und über Förderanreize gezielt Nichtbewirtschaftung fördern“, erklärt DeSH-Geschäftsführerin Julia Möbus. Gerade im LULUCF-Sektor wird damit ein zentraler Widerspruch sichtbar: In allen zugrunde gelegten Szenarien werden die CO2-Einsparziele verfehlt. Bis 2030 wächst die Lücke zwischen CO2-Emissionen und Einsparungen auf rund 60 Millionen Tonnen an. „Die CO2-Lücke von 60 Mio. Tonnen offenbart nicht nur die Diskrepanz zwischen Wunsch und Wirklichkeit, sondern ist Weckruf für eine Kurskorrektur. Denn die Projektionsdaten sind mit erheblichen Unsicherheiten behaftet, die maßgeblich aus der nicht vorhersehbaren Häufigkeit und Intensität künftiger Extremwetterereignisse resultieren. Durch die geplante Förderung des natürlichen Klimaschutzes werden zentrale Voraussetzungen für die Anpassungsfähigkeit der Wälder geschwächt, obwohl die vergangenen Dürre- und Schadensjahre deutlich gezeigt haben, wie anfällig überalterte und nicht aktiv bewirtschaftete Wälder sind“, kritisiert Möbus.
Ziele laufen in entgegengesetzte Richtung
Dieser grundlegende Widerspruch setzt sich entlang der gesamten Holz-Wertschöpfungskette fort. Zwar wird erkannt, dass eine deutliche Einschränkung der Holznutzung in heimischen Wäldern zu Verlagerungseffekten führt, die weder dem Klimaschutz noch der heimischen Wirtschaft dienen. „Gleichzeitig bleibt aber völlig unklar, wie eine Erhöhung des Kohlenstoffspeichers im Wald durch Nichtnutzung mit der ebenfalls gewünschten Stärkung der Holzverwendung in langlebigen Produkten zusammengebracht werden soll. Denn beide Zielsetzungen laufen in entgegengesetzte Richtungen und konterkarieren sich gegenseitig“, betont Möbus.
Klimaschutz braucht Vorfahrt für Holz
Das Klimaschutzprogramm braucht daher eine klare Prioritätensetzung: Wald und Holzverwendung sind keine Gegensätze, sondern müssen als integrierte Bestandteile einer wirksamen Klimaschutzstrategie verstanden werden. „Wenn Klimaschutz ernsthaft vorangebracht werden soll, braucht es eine eindeutige Vorfahrt für Holz – für aktive Waldbewirtschaftung, für den beschleunigten Waldumbau und für die verstärkte Nutzung von Holz in langlebigen Produkten. Alles andere bedeutet, beim Klimaschutz einen Schritt vor und zwei zurück“, appelliert Möbus abschließend.
Pressekontakt:
Deutsche Säge- und Holzindustrie Katy Mahnke Chausseestraße 99 10115 Berlin
Tel.: +49 30 2061 399-00 Fax: +49 30 2061 399-89 E-Mail: presse@zukunft-holz.de Internet: www.zukunft-holz.de
Lobbyregisternummer: R000346
Über die Deutsche Säge- und Holzindustrie
Seit über 125 Jahren vertritt der Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband e.V. (DeSH) die Interessen der Säge- und Holzindustrie auf Bundes-, Landes- und europäischer Ebene. Mit ihren vielfältigen Produkten aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz bilden die 350 Mitgliedsunternehmen des DeSH das Scharnier zwischen dem Wald und der Holzverarbeitung bis zum Holzbau. Sie sind ein wesentlicher Pfeiler für die Bioökonomie und Schlüssel für die nachhaltige Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft. Der DeSH steht für die nachhaltige Verarbeitung und Verwendung des Roh- und Werkstoffs Holz als Beitrag zu Klimaschutz, Beschäftigung und Wertschöpfung für einen zukunftsfähigen Wirtschaftsstandort Deutschland.

