vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V.

vbw Index im Frühjahr: Lage gut, Zukunft unsicher
Gaffal: "Wir brauchen wieder eine zukunftsorientierte Wirtschaftspolitik"

Der vbw Index der bayerischen Wirtschaft liegt im Frühjahr 2016 bei 131 Punkten. Das ist ein Punkt mehr als im Herbst 2015. Der Lageindex Wachstum hat sich um zwei Punkte verschlechtert und liegt nun bei 136 Punkten. Das liegt vor allem an den Einschätzungen der Unternehmen, zum Teil aber auch an den harten... mehr

München (ots) - "Die wirtschaftliche Lage ist gut, doch die Zukunft ist angesichts des schwachen weltwirtschaftlichen Umfelds, der fragilen Situation in Europa und der geopolitischen Krisen unsicher", erklärte Alfred Gaffal, Präsident der vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V., bei der Vorstellung des vbw Index Frühjahr zur konjunkturellen Lage im Freistaat. Im Vergleich zur letzten Erhebung im Herbst 2015 stieg der vbw Index um einen Punkt auf 131 Punkte. "Die vbw geht von einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts in Bayern von 1,8 Prozent im laufenden Jahr aus. 2015 betrug das Wachstum in Bayern 2,1 Prozent. Gerade in Zeiten wachsender Unsicherheiten brauchen wir eine zukunftsorientierte Wirtschaftspolitik mit wettbewerbsfähigen Rahmenbedingungen für die Unternehmen", so Gaffal.

Im Frühjahr 2016 hat sich der Lageindex Wachstum des vbw Index um zwei Punkte auf 136 Punkte verschlechtert, wohingegen der Prognoseindex Wachstum mit 122 Punkten einen Punkt höher liegt als im Herbst. Angestiegen ist auch der Lageindex Beschäftigung, er liegt aktuell bei 137 Punkten. Der Prognoseindex Beschäftigung sank leicht um einen auf 128 Punkte.

Gaffal weiter: "Die Konjunktur bleibt von den Sondereffekten niedriger Ölpreis, niedriger Wechselkurs und niedrigen Zinsen sowie dem privaten Konsum gestützt. Davon dürfen wir uns nicht blenden lassen. Unsere Industrie leidet unter einer anhaltenden Investitionsschwäche in Deutschland, aber vor allem in wichtigen Exportmärkten", so der vbw Präsident. "Hinzu kommen weitere Unsicherheitsfaktoren: Wichtige geopolitische Krisen sind nach wie vor ungelöst. Europa steht mit der Flüchtlingsfrage, einer möglichen Abkehr vom Schengen-System, der Gefahr eines Brexits und der Schuldenkrise vor großen Herausforderungen. Und viele Schwellenländer haben konjunkturelle und strukturelle Probleme. Das alles belastet unsere Wirtschaft."

Angesichts dieses schwierigen Umfelds forderte der vbw Präsident wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen, andernfalls befürchtet er einen Verlust industrieller Wertschöpfung und Beschäftigung. "Eine Verbesserung der Standortfaktoren beginnt bei den Arbeitskosten. Was hier derzeit an Forderungen der Gewerkschaften im Raum steht, ist realitätsfern", stellte Gaffal klar und forderte "lohnpolitische Vernunft". Weiter kritisierte er die aktuelle Energiepolitik: "Die Energiewende steckt fest und die Stromkosten steigen weiter. Die jetzt anstehende Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) muss die EEG-Umlage senken. Gleichzeitig muss jetzt eine Strompreisbremse kommen." Mit Blick auf das Thema Regulierung forderte Gaffal: "In einer volatilen und heterogenen Wirtschaftswelt brauchen die Unternehmen Flexibilität und Bewegungsfreiheit. Leider geht die Bundespolitik in der aktuellen Legislaturperiode den entgegengesetzten Weg. Wir brauchen eine Weiterentwicklung des Erfolgsmodells Agenda 2010."

Übersicht vbw Index seit Herbst 2014

                               Frühjahr  Herbst  Frühjahr  Herbst
                               2016      2015    2015      2014 
vbw Index gesamt:              131       130     127       118
Lageindex Wachstum:            136       138     129       129 
Prognoseindex Wachstum:        122       121     125       114 
Lageindex Beschäftigung:       137       133     127       122 
Prognoseindex Beschäftigung:   128       129     126       108 

Eine grafische Darstellung des vbw Index finden Sie unter http://ots.de/jDYf5

Pressekontakt:

Dirk Strittmatter
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dirk.strittmatter@ibw-bayern.de
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