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03.12.2008 – 18:24

Kölnische Rundschau

Kölnische Rundschau: Kölnische Rundschau Kommentar zur deutschen Sprache

    Köln (ots)

Überflüssig

    NORBERT WALLET, Berlin, zur Debatte ums Deutsch

    Die dümmste Reaktion auf den CDU-Vorstoß, ein Be kenntnis zur deutschen Spra che ins Grundgesetz zu schrei ben, kommt von der SPD-Kan didatin Gesine Schwan. Sie sieht den Beschluss des CDU-<> Parteitags als Teil eines "Anti-<> Einwanderer-Wahlkampfs". Nichts spricht dafür, dass er so gemeint ist.

    Nur ist er nicht deshalb richtig und sinnvoll, weil die Reaktio nen darauf so falsch sind. Tat sächlich ist die Idee zweifelhaft. Das fängt schon bei der Formu lierung an: "Die Sprache in der Bundesrepublik ist Deutsch." Das ist ein seltsamer Satz. Nicht das Land hat eine Spra che, sondern Menschen spre chen sie. Was soll aus der Fest legung im Grundgesetz nun ganz konkret folgen? Soll es demnächst Quoten für deut sche Lieder im Radio geben? Sollen sich Zuwanderer öffent lich nicht mehr in ihrer Heimat sprache unterhalten? Alles ziemlich abwegig. Warum? Weil es vom eigentlichen Problem ablenkt.

    Deutsch gut zu beherrschen ist eine Schlüsselqualifikation - übrigens für Deutsche und Zu wanderer in unserem Land. Kindergarten und Schule ha ben eine vordringliche Aufgabe in der Vermittlung von Sprach kompetenz. Das ist keine Be vormundung, sondern eine Selbstverständlichkeit.

    Das aber ist unabhängig von ei ner grundgesetzlichen Rege lung richtig, und eine solche Verfassungsänderung änderte weder an der Notwendigkeit noch an der Praxis etwas. Eines ist auch klar: Die Amtssprache muss klar und verständlich sein. Wie uns die Erfahrung im Umgang mit Behörden lehrt, garantiert deutsch zu sprechen allein noch keineswegs die Verständlichkeit. Das gilt übri gens auch für die Politikerspra che. Wer sich in einem techno kratischen Fachjargon äußert, schließt Bürger von der Mei nungsbildung aus. Sich darum zu kümmern, wäre ein dringli cheres Anliegen.

    Unser Grundgesetz bestach ursprünglich durch Klarheit und Prägnanz. Inzwischen sind viele, teils komplizierte Zusätze angefügt worden. Bitte nicht noch mehr Überflüssiges hin zufügen!

Pressekontakt:
Kölnische Rundschau
Jost Springensguth
print@kr-redaktion.de

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