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05.03.2020 – 18:00

ARD Das Erste

ARD-DeutschlandTrend: Mehrheit für EU-weite Verteilung der Flüchtlinge an der griechischen Grenze

Köln (ots)

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An der griechisch-türkischen Grenze haben sich seit Ende der 
vergangenen Woche mehrere tausend Flüchtlinge eingefunden, um in die 
Europäische Union einzureisen. Dass die Grenze für sie bislang 
geschlossen bleibt, findet eine Mehrheit der Deutschen falsch. 57 
Prozent der Bürger finden, die Flüchtlinge sollten die Grenze zu 
Griechenland überqueren dürfen und anschließend auf die EU-Staaten 
aufgeteilt werden; 41 Prozent stimmen dieser Aussage eher nicht zu. 
Das hat eine Umfrage von infratest dimap für den ARD-DeutschlandTrend
am Montag und Dienstag dieser Woche ergeben.

In der Frage, ob Deutschland bei der Aufnahme von Flüchtlingen mit 
gutem Beispiel vorangehen sollte, sind die Bürger gespalten. 48 
Prozent sagen, Staaten wie Deutschland und Frankreich sollten 
Flüchtlinge aufnehmen, auch wenn sich andere EU-Staaten dagegen 
aussprechen. 49 Prozent hingegen stimmen dieser Aussage nicht zu. 
Mehrheitlich dafür sprechen sich die Anhänger der Grünen (75 
Prozent), der SPD (71 Prozent) und der Linken (60 Prozent) aus; 
mehrheitlich dagegen sind die Anhänger der AfD (95 Prozent) und der 
FDP (69 Prozent). Ein geteiltes Bild zeigt sich bei einem Blick auf 
die Unions-Anhänger: 49 Prozent sprechen sich für eine Aufnahme durch
Staaten wie Deutschland und Frankreich aus, 46 Prozent dagegen.

Das EU-Türkei-Abkommen von 2016, das die Begrenzung der nach Europa 
kommenden Flüchtlinge vorsieht, gewinnt in der Bevölkerung derweil an
Zustimmung. Mit dem Abkommen hat sich die Türkei verpflichtet, 
Flüchtlinge von der Weiterreise in die EU abzuhalten. Im Gegenzug 
zahlen die europäischen Länder der Türkei Geld für die Versorgung der
Flüchtlinge und nehmen ihr eine bestimmte Anzahl von Flüchtlingen ab.
51 Prozent der Deutschen finden dieses Abkommen eher gut (+3 
Prozentpunkte im Vgl. zu Oktober 2019). 45 Prozent finden es eher 
schlecht (+/-0). In seiner Anfangsphase wurde das EU-Türkei-Abkommen 
deutlich kritischer gesehen: Im Mai 2016 fand eine Mehrheit der 
Deutschen (57 Prozent) das Abkommen eher schlecht. 38 Prozent fanden 
es seinerzeit eher gut.

Die Türkei beanstandete zuletzt erneut, dass die EU ihren 
Verpflichtungen aus diesem Abkommen nicht nachkäme. Eine 
Nachbesserung von EU-Seite lehnt eine Mehrheit der Deutschen indes 
ab. 59 Prozent sind der Meinung, die EU sollte der Türkei keine 
zusätzliche Unterstützung anbieten, um das Abkommen 
aufrechtzuerhalten (+5 im Vgl. zu Oktober 2019). 31 Prozent meinen, 
sie sollte dies tun (-4).

Befragungsdaten
-	Grundgesamtheit: Wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland
-	Fallzahl: 1.002 Befragte
-	Erhebungszeitraum: 02.03.2020 bis 03.03.2020
-	Erhebungsverfahren: Telefoninterviews (CATI)
-	Stichprobe: Repräsentative Zufallsauswahl/Dual Frame
-	Schwankungsbreite: 1,4* bis 3,1** Prozentpunkte
* bei einem Anteilswert von 5%; ** bei einem Anteilswert von 50%

Die Fragen im Wortlaut: 

Zwischen der EU und der Türkei besteht seit Frühjahr 2016 ein 
Abkommen zur Begrenzung der nach Europa kommenden Flüchtlinge. Die 
Türkei hat sich darin verpflichtet, Flüchtlinge von der Weiterreise 
in die EU abzuhalten. Im Gegenzug zahlen europäische Länder Geld für 
die Flüchtlingsversorgung in der Türkei und nehmen der Türkei eine 
bestimmte Anzahl von Flüchtlingen ab. Finden Sie dieses Abkommen eher
gut oder eher schlecht?

Die Türkei beanstandet seit längerem, die EU käme ihren 
Verpflichtungen aus diesem Abkommen nicht nach. Sollte die EU der 
Türkei zusätzliche Unterstützung anbieten, um das Abkommen 
aufrechtzuerhalten oder nicht?

An der griechisch-türkischen Grenze haben sich seit Ende letzter 
Woche mehrere tausend Flüchtlinge eingefunden, um in die Europäische 
Union einzureisen. Ich nenne Ihnen einige Aussagen hierzu. Geben Sie 
bitte jeweils an, ob Sie ihnen jeweils zustimmen oder nicht. 

1.	Die Flüchtlinge sollten die Grenze zu Griechenland 
        überqueren dürfen und anschließend auf die EU-Staaten
        aufgeteilt werden.

2.	Die Einreise der Flüchtlinge in die EU sollte möglichst 
        verhindert werden.

3.	Staaten wie Deutschland und Frankreich sollten Flüchtlinge 
        aufnehmen, auch wenn sich andere EU-Staaten dagegen 
        aussprechen.

Fotos unter ARD-Foto.de 

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