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Kölner Stadt-Anzeiger: Wallraff bestreitet Befangenheit bei Fast-Food-Recherche

Köln (ots) - Der Enthüllungsjournalist Günter Wallraff bestreitet, bei einer Recherche zu den Arbeitsbedingungen in der Fast-Food-Branche befangen gewesen zu sein. Honorarzahlungen von mehreren Tausend Euro und eine Kooperation mit dem Unternehmen stünden in keinem Zusammenhang mit jüngsten Vorwürfen gegen den McDonald's-Konkurrenten Burger King, sagte Wallraff dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Montag-Ausgabe). Das Thema sei nicht von ihm, sondern von einem Mitarbeiter seines Teams vorgeschlagen worden. Er selbst habe in der Vergangenheit McDonald's wie auch andere Unternehmen mit konkreten Vorwürfen konfrontiert und in Einzelfällen Betroffenen zu ihrem Recht verhelfen können. "Ich habe zwei Mal auf McDonald's Veranstaltungen referiert. Beide Male habe ich mir in meiner grundsätzlichen Kritik an der Fast-Food-Unkultur und auch an McDonald's keine Zurückhaltung auferlegt." Er sehe zudem "nichts Verwerfliches darin, Honorare, die andere in der Regel für sich beanspruchen, an eine wegen ihrer Meinungsäußerung gekündigte Betriebsrätin weitergeleitet zu haben oder für gemeinnützige Stiftungszwecke zu verwenden". Wie das Nachrichten-Magazin "Der Spiegel" berichtet, erhielt Wallraff in den Jahren 2010 und 2011 wiederholt mehrere Tausend Euro als Honorar für eine Beratung zu den Arbeitsbedingungen in der Branche sowie für ein Schulungsvideo und einen Mitarbeiter-Fragebogen. Hintergrund der Zusammenarbeit soll ein Strategiewechsel bei McDonald's gewesen sein. Der Branchenriese sei nach heftigen Anschuldigen Wallraffs offenbar bemüht gewesen, die schlimmsten Missstände zu beseitigen. Nach einem Aufsehen erregenden Beitrag des "Teams Wallraff" im TV-Sender RTL über schlechte hygienische Zustände und Ausbeutung in Burger-King-Filialen des Franchise-Unternehmens Yi-Ko vor zwei Wochen hatte Wallraff unter anderem gesagt, bei McDonald's seien die Bedingungen besser. Wie Wallraff weiter erläuterte, sei das Schulungsvideo zwar produziert, aber anschließend nicht genutzt worden, "weil meine Äußerungen darin offenbar zu satirisch und provokant waren". Für seine Mitwirkung sei ihm das "übliche Honorar" von 5000 Euro angeboten. Er habe es der Betriebsrätin einer Bäckerei zukommen lassen, der wegen einer kritischen Stellungnahme von ihrem Arbeitgeber gekündigt worden war. Die Unterlagen, die der "Spiegel"-Veröffentlichung zugrunde lägen, seien älteren Datums und "von einem ehemaligen Mitarbeiter aus meinen Büro entwendet worden". In der Angelegenheit habe der "Spiegel" vor Jahren schon einmal recherchiert, es sei damals aber zu keiner Veröffentlichung gekommen. Ihm selbst stehe das Material nicht mehr zur Verfügung, so Wallraff.

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