Alle Storys
Folgen
Keine Story von Kölner Stadt-Anzeiger mehr verpassen.

Kölner Stadt-Anzeiger

Kölner Stadt-Anzeiger: Edathy warnt vor Kommerzialisierung des Internetportals abgeordnetenwatch.de

Köln (ots)

Gegen das Verlangen des Internetportals
abgeordnetenwatch.de, von Bundestags-Kandidaten einen  Beitrag von 
einmalig 200 Euro zu erheben, regt sich Widerstand aus dem Parlament.
Das berichtet der "Kölner Stadt-Anzeiger" (Freitag-Ausgabe). Der 
Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses, Sebastian Edathy (SPD), 
warnt in einem Schreiben an die Verantwortlichen des Portals vor 
einer "Kom merzialisierung Ihres Dienstes" und schreibt weiter: 
"Viele Bundestagsabgeordnete haben viel Zeit in die
bisherige Beantwortung von Fragen auf Ihrem Forum investiert. Ich 
kann nicht nachvollziehen, dass Sie in Bezug auf die anstehende 
Bundestagswahl einen Geldbetrag einfordern, ohne dessen Zahlung nicht
einmal ein Bild der/ des Kandidaten eingestellt wird. Ich lehne es 
prinzipiell ab, dass Sie mit dem Hinweis auf Gemeinnützigkeit 
auftreten und zugleich Geld dafür wollen, dass
man mit einem adäquaten Auftritt bei Ihnen auch weiterhin Zeit in die
Online-Beantwortung von Fragen investieren ,darf'. Wenn Sie das so 
handhaben, dann ohne mich!" Edathy hat sich in der Angelegenheit
schriftlich an alle anderen Abgeordneten gewandt und drei positive 
Reaktionen erhalten. Gregor Hackmack, Mitgründer des seit 2004 
existierenden Portals, wies die Kritik gegenüber dem "Kölner 
Stadt-Anzeiger" zurück. "Das haben wir immer schon gemacht", sagte 
er. "Das ist eine wesentliche Finanzierungssäule von 
abgeordnetenwatch, so dass wir
nicht von kommerziellen oder öffentlichen Quellen abhängig werden." 
Die übrige Finanzierung werde von 634 Fördermitgliedern und 850 
Einzelspendern gesichert. Allein im vorigen Monat seien aber Kosten 
von 23000 Euro entstanden, und 2008 sei ein Defizit von 72000 Euro 
aufgelaufen, so Hackmack. Es gebe fünf Vollzeitmitarbeiter und 
zusätzlich 15 Moderatoren. "Entweder bitten wir Kandidatinnen und 
Kandidaten, sich an den Projektkosten zu beteiligen - oder wir müssen
den Laden bald dicht machen." Der Normalbetrieb von 
abgeordnetenwatch.de, in dessen Mittelpunkt der Dialog von Bürgern 
und Volksvertretern steht, läuft den Angaben zufolge unverändert und 
gebührenfrei weiter. Gebührenpflich
tig sei lediglich die "Profilerweiterung" im Wahlkampf mit der 
Möglichkeit zur Einstellung eines Fotos, einer Selbstdarstellung, 
eines Wahlkampfkalenders und der Verlinkung zur eigenen Homepage. Das
sich
selbst gemeinnützig nennende Portal verweist schließlich auf seine 
Zusammenarbeit mit Medienpartnern, so etwa mit "Spiegel online".

Pressekontakt:

Kölner Stadt-Anzeiger
Politik-Redaktion
Telefon: +49 (0221)224 2444
ksta-produktion@mds.de

Original-Content von: Kölner Stadt-Anzeiger, übermittelt durch news aktuell

Weitere Storys: Kölner Stadt-Anzeiger
Weitere Storys: Kölner Stadt-Anzeiger