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RNZ: Nichts gelernt

    Heidelberg (ots) - Von Klaus Welzel Kein Zweifel: Josef Ackermann ist der Manager der Stunde. Mitten in der Krise zaubert er einen Milliarden-Gewinn hervor und erwirtschaftet eine 25-Prozent-Rendite. Vermutlich ist es dem selbstbewussten Schweizer sogar gelungen, die Stellung der Deutschen Bank auf dem internationalen Finanzmarkt zu stärken. Hut ab vor solchen Wirtschaftsstrategen. Bevor die Anhänger eines ungebremsten Wirtschaftswachstums jedoch in Ehrfürchtigkeit erstarren, sollten sie sich an Porsche-Chef Wendelin Wiedeking erinnern: Bis Ende letzten Jahres war er der absolute Star, dem es sogar gelang, durch sein riskantes VW-Spiel Hedgefonds in die Knie zu zwingen. Doch heute? Steht Porsche nicht sicher auf allen vier Rädern, sondern äußerst wackelig und krisenanfällig da. Aus der Hybris wurde Selbstzerknirschung. Das Auf und Ab gehört zwar zu einer wirtschaftlichen Entwicklung. Etwas mehr Bescheidenheit in Zeiten des Höhenflugs wäre aber angebracht. Auch bei Herrn Ackermann, der nun tönt, seine Bank könne auf die Schwachen keine Rücksicht nehmen. Diese Haltung ist es, die nicht nur Politiker in Rage treibt - denn Wirtschaft ohne soziale Verantwortung funktioniert nicht. Umgekehrt fordern schließlich auch die Banken vom Staat, also von uns, Solidarität in Form von Milliardengarantien. Die wir gewähren.

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