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RNZ: Würdig

    Heidelberg (ots) - Von Christian Altmeier Vier Jahre ist es her, dass das wochenlange, unwürdige Geschachere der Parteien um den Posten des Bundespräsidenten mit einem Überraschungskandidaten endete: Horst Köhler. Der Ökonom wurde damals von Union und FDP als Vorbote einer schwarz-gelben Bundesregierung in das höchste Staatsamt gewählt. Doch es kam anders. Nicht nur, weil es bei den Wahlen nicht für eine christlich-liberale Koalition reichte. Sondern vor allem, weil sich Horst Köhler als überparteilicher Präsident erwies, der sein Versprechen einlöste, ein unbequemes Staatsoberhaupt sein zu wollen. So sah sich die Kanzlerin immer wieder mit Kritik Köhlers am ihrem mangelnden Reformwillen konfrontiert. In der Bevölkerung hat er es damit zu ungeahnter Popularität gebracht: Dreiviertel der Deutschen befürworten eine zweite Amtszeit des Bundespräsidenten. In der Politik hingegen hat sich Köhler viele Sympathien verscherzt. Nur die FDP steht noch uneingeschränkt hinter ihm. Dennoch scheint seine Widerwahl nur eine Formsache zu sein. Dies liegt vor allem an den Mehrheitsverhältnissen. Angela Merkel kann ihren Kandidaten nicht ohne triftigen Grund fallen lassen. Und SPD und Grünen fehlt eine Mehrheit für einen eigenen Kandidaten. Daher ist zu hoffen, dass Köhler mit breiter Mehrheit in seinem Amt bestätigt wird. Dies entspräche nämlich sowohl dem Willen der Bevölkerung als auch der Würde des Amtes.

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