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Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-Blatt (Bielefeld) zum Nordbank-Urteil

Bielefeld (ots) - Mit der HSH Nordbank ganz groß herauskommen - das war es, was die Manager um Vorstandschef Dirk Jens Nonnenmacher vorhatten. Herausgekommen ist ein dreistelliger Millionenverlust. Mag sein, dass der »Omega 55«-Deal sträflich leichtsinnig war, doch strafbar war er nicht. Das jedenfalls hat das Hamburger Landgericht im ersten Großprozess gegen einen kompletten Bankvorstand wegen missratener Finanzgeschäfte entschieden. Gewiss: Es ist ein Freispruch zweiter Klasse. Die dreiste Entrüstung, mit der die Top-Banker jedwede Kritik an ihrer Fehlentscheidung zurückweisen, hat nicht nur den Vorsitzenden Richter erbost. Doch Selbstüberschätzung ist nun einmal keine Straftat. Genau hier liegt das Problem: Der Untreue-Paragraf hat sich erneut als zahnloser Tiger erwiesen. Auf dieser Grundlage sind weitere Mammutprozesse weder der Justiz noch möglichen künftigen Missetätern zuzumuten. Gegen zweifelhaftes Verhalten hilft in der Regel eben nicht der Staatsanwalt, sondern ein funktionierender Aufsichtsrat. Aber das ist bei Landesbanken wie der HSH wieder ein ganz anderes Thema.

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