Krieg im Libanon eskaliert
Hunderttausende Menschen auf der Flucht - Welthungerhilfe unterstützt mit Nothilfemaßnahmen
Bonn/Berlin (ots)
Die jüngste militärische Eskalation im Nahen Osten trifft den Libanon besonders hart und hat innerhalb weniger Tage eine massive humanitäre Krise ausgelöst. Intensive Luftangriffe und militärische Operationen in mehreren Landesteilen - insbesondere im Südlibanon und in Beirut - treiben hunderttausende Menschen in die Flucht. Nach offiziellen Angaben haben sich bereits 760.000 Menschen als intern Vertriebene registriert, 122.000 Menschen suchen Schutz in den über 580 provisorischen Notunterkünften. Viele Familien finden dort keinen Platz mehr und verbringen die Nächte in Autos, auf Straßen oder in provisorischen Unterkünften.
Die militärische Eskalation trifft ein Land, das bereits seit Jahren unter einer schweren Wirtschafts- und Finanzkrise leidet und über eine Million syrische Geflüchtete aufgenommen hat. Schon vor Beginn der aktuellen Kampfhandlungen waren etwa 17 Prozent der Bevölkerung - rund 874.000 Menschen - von Hunger betroffen.
"Bei meinem Besuch in Beirut vor wenigen Wochen habe ich mit vielen Familien über die schwierige wirtschaftliche Lage und die enormen Herausforderungen im Alltag gesprochen. Gleichzeitig war die Hoffnung auf eine Normalisierung zu spüren," sagt Bettina Iseli, Vorständin Programme der Welthungerhilfe. "Dieser erneute Krieg innerhalb von zwei Jahren macht viel von dem zunichte, was gerade mühsam aufgebaut wurde und bringt das Land an den Rand des Zusammenbruchs. Die Menschen brauchen dringend ein Ende der Kampfhandlungen und eine echte Perspektive auf Frieden", fordert Bettina Iseli.
Besonders betroffen sind Frauen, Kinder, ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen. Viele Sammelunterkünfte, die zum Teil in Kirchen und Schulen nur provisorisch eingerichtet wurden, sind überfüllt und verfügen nur über unzureichende Sanitäranlagen und kaum Privatsphäre. Gleichzeitig geraten grundlegende soziale Dienstleistungen zunehmend unter Druck: Krankenhäuser müssen teilweise evakuiert werden, während Wasser- und Stromversorgung vielerorts an ihre Grenzen stoßen.
"Die Lage hat sich in den letzten zehn Tagen nochmals erheblich verschlechtert. In unseren Projektgebieten im Süden und auch in der Hauptstadt hören wir täglich Bombardierungen in nächster Nähe", berichtet Marie Madeleine Bejjani, Projektleiterin der Welthungerhilfe in Beirut. "Die Menschen leben in einem dauerhaften Zustand von Angst und Unsicherheit. Viele Familien sind mehrfach vertrieben und versuchen verzweifelt, irgendwo Sicherheit zu finden. Gleichzeitig sehen wir aber auch, wie die Menschen im ganzen Land zusammenrücken und sich gegenseitig unterstützen. Und das gibt uns ein wenig Hoffnung!"
Die Welthungerhilfe ist seit 2019 im Libanon und arbeitet eng mit libanesischen Partnerorganisationen zusammen. Trotz der schwierigen Sicherheitslage setzt die Organisation ihre Arbeit fort und weitet ihre Nothilfe aus. Dafür stellt sie in einem ersten Schritt 200.000 Euro bereit, um vertriebene Menschen in Beirut und Mount Lebanon zu unterstützen. Geplant sind unter anderem Wasserlieferungen für Notunterkünfte, die Verteilung von Hygiene-, Baby- und Nahrungsmittelpaketen sowie Bargeldhilfen für besonders bedürftige Familien.
Die Welthungerhilfe bittet dringend um Spenden unter dem Stichwort: Nothilfe Libanon
Für Interviews stehen Bettina Iseli, Programm-Vorständin der Welthungerhilfe (deutschsprachig) und Marie Madeleine Bejjani, Projektleiterin der Welthungerhilfe in Beirut (englischsprachig) sowie Tommaso Portogalli, Büroleiter der Welthungerhilfe (englischsprachig) zur Verfügung.
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Die Welthungerhilfe ist eine der größten privaten Hilfsorganisationen in Deutschland; politisch und konfessionell unabhängig. Sie setzt sich mutig und entschlossen für eine Welt ohne Hunger ein. Seit ihrer Gründung am 14.12.1962 wurden 12.777 Auslandsprojekte in rund 72 Ländern und Gebieten mit 5,42 Milliarden Euro gefördert. Die Welthungerhilfe arbeitet nach dem Grundprinzip der Hilfe zur Selbsthilfe: von der schnellen Katastrophenhilfe über den Wiederaufbau bis zu langfristigen Projekten der Entwicklungszusammenarbeit mit nationalen und internationalen Partnerorganisationen
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