Erfurt: Barrierefreier ÖPNV muss weiter ausgebaut werden
ADAC Test zeigt Hürden bei Auffindbarkeit und Einstieg
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Erfurt: Barrierefreier ÖPNV muss weiter ausgebaut werden
ADAC Test zeigt Hürden bei Auffindbarkeit und Einstieg
Eigenständige und selbstbestimmte Mobilität sind Grundvoraussetzung für die Partizipation am sozialen Leben. Besonders in Städten sind viele Menschen dafür auf den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) angewiesen. Dabei gibt es häufig unscheinbare Barrieren, die erst auffallen, wenn man selbst betroffen ist. Der ADAC hat daher in zehn deutschen Städten getestet, wie es um die Barrierefreiheit bestellt ist. Das Ergebnis ist gemischt: Vielerorts gibt es bereits stufenlose Haltestellen, oft fehlt es aber an elementaren Dingen wie Orientierungshilfen und barrierefreien Zugängen.
Größtes Problem: Fahrbahnquerungen
Für den ADAC Test wurden in Erfurt fünf Haltestellen mit insgesamt elf Haltesteigen untersucht. Was positiv auffiel: Haltesteige sowie Einstiegspositionen waren an fast allen Testobjekten durch Leitsysteme markiert, wurden meist treffsicher angefahren und ermöglichten so einen guten Zugang für Blinde. Ebenfalls überall vorhanden waren Infotaster zum Abrufen akustischer Informationen auf dem Haltesteig. Mobilitätseingeschränkte finden an den getesteten Haltestellen in Erfurt meist sichere Querungsmöglichkeiten zu den Haltesteigen vor.
Defizite zeigten sich vor allem bei der Fahrbahnquerung für Blinde. Häufig gab es keine gesicherte Querungsmöglichkeit zum gegenüberliegenden Haltesteig. An den meisten Haltestellen fehlt zudem der sogenannte Auffindestreifen auf dem Gehweg, der Blinden signalisiert, dass der Einstiegsbereich erreicht ist. Durch diese fehlenden Leitsysteme ist die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs an den Haltestellen vor allem für Blinde deutlich erschwert. Auch mobilitätseingeschränkte Menschen müssen teilweise Umwege in Kauf nehmen, um die Haltesteige ohne Probleme zu erreichen.
Barrierefreiheit muss mehr priorisiert werden
ADAC Verkehrsexperte Wolfgang Herda erklärt: „Besonders Blinde sowie mobilitätseingeschränkte Menschen sind auf einen barrierefreien Öffentlichen Nahverkehr angewiesen. Der notwendige Ausbau barrierefreier Haltestellen ist auf einem guten Weg, allerdings dauert der Ausbau an vielen Stellen zu lange.“ Behördliche Vorgaben und Abstimmungen verzögern die Umsetzung häufig.
Positives Miteinander
Barrierefreiheit endet jedoch nicht bei Rampen und Leitsystemen. Sowohl Betroffene als auch Mitreisende können die Situation im ÖPNV verbessern. Da Rollstuhlfahrende und blinde Menschen häufig nur bestimmte Einstiegstüren und Flächen in den Fahrzeugen nutzen können, sollten diese Bereiche möglichst freigehalten werden.
Methodik des Tests
Die ADAC Testerinnen und Tester untersuchten fast 150 Haltepunkte für Busse und Trams in Augsburg, Bielefeld, Braunschweig, Chemnitz, Erfurt, Kassel, Magdeburg, Mainz, Mannheim und Rostock. Zielpunkte der Fahrten waren jeweils die Stationen am Rathaus, Einkaufszentrum, Krankenhaus und Schwimmbad. Geprüft wurde in den Kategorien Zugang zum Haltepunkt, Ausstattung der Haltepunkte und Zustieg ins Verkehrsmittel. Für ein realistisches Ergebnis wurden die Vor-Ort-Tests teilweise von Betroffenen begleitet.
Weitere Informationen gibt es auf adac.de/barrierefrei-test
Pressekontakt
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