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24.01.2008 – 17:44

NDR Norddeutscher Rundfunk

"Panorama": Bundesgesundheitsministerium kündigt Kampf gegen Krankenhauskeime an

Hamburg (ots)

Das Bundesgesundheitsministerium plant eine
Änderung des Infektionsschutzgesetzes, um gefährliche 
Krankenhauskeime wie MRSA effektiver bekämpfen zu können. Das 
kündigte Staatssekretär Rolf Schwanitz im Interview mit dem 
ARD-Politikmagazin "Panorama" an (Sendung: Donnerstag, 24. Januar, 
21.40 Uhr, Das Erste.) So soll es  zukünftig eine Meldepflicht geben,
nach der Krankenhäuser jeden MRSA-Fall den zuständigen 
Gesundheitsämtern anzeigen müssen. Bislang besteht nur eine 
Meldepflicht, wenn "eine Häufung" von MRSA- Krankenhauskeimen 
auftritt, wobei "Häufung" nicht genauer definiert ist.
Der Kampf gegen MRSA-Krankenhauskeime "ist ein wichtiges Thema", 
so Staatssekretär Schwanitz in "Panorama". Deshalb schlägt das 
Bundesgesundheitsministerium auch Screenings auf MRSA vor. Das 
bedeutet, dass zumindest Risikopatienten routinemäßig bei der 
Aufnahme ins Krankenhaus auf MRSA untersucht werden sollen, um die 
Verbreitung der gefährlichen Bakterien einzudämmen. "Wir müssen das 
flächendeckend machen", so Staatssekretär Schwanitz in "Panorama". 
Das Bundesgesundheitsministerium wird in nächster Zukunft Gespräche 
mit den Bundesländern über die Novellierung des 
Infektionsschutz-gesetzes führen.
Nach Erhebungen der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene 
(DGKH) infizieren sich jedes Jahr bis zu 800.000 Patienten in 
Deutschland mit Krankenhauskeimen. Bis zu 1500 Patienten sterben an 
den Folgen einer MRSA-Infektion.
Staatssekretär Schwanitz räumte politische Fehler in der 
Vergangenheit ein. "In den 90er-Jahren, als die MRSA-Bakterien in 
Deutschland massiv angestiegen sind, hat man nicht schnell genug 
reagiert", sagte der Staatssekretär im "Panorama"-Interview.
MRSA-Bakterien sind für Patienten besonders gefährlich, weil sie 
gegen die meisten Antibiotika resistent sind und sich somit nur 
äußerst schwer behandeln lassen.

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