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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: Debatte um Klima-Einigung Feigenblatt Florian Pfitzner, Düsseldorf

Bielefeld (ots) - Einige aus der "Umweltecke", um es mit den Worten des NRW-Wirtschaftsministers auszudrücken, hatten schon gejubelt. Wenn etwas so falsch laufe wie der Umwelt-Gipfel, sei das durchaus einen Beitrag wert. Den Namensartikel von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks mit ihrer Kritik an den energiepolitischen Beschlüssen der Großen Koalition hielten viele, vor allem die Grünen, für ein Zeugnis innerparteilicher Zerrissenheit - bis Hendricks versuchte, die Sache wieder einzufangen. Was auch immer sie mit dem Blatt über den Erscheinungstermin ausgehandelt hatte - ihr Vorstoß bleibt eine irgendwie alberne Randnotiz. Ihr Kabinettskollege Sigmar Gabriel steht in einem entscheidenden Kapitel der Energiewende als Verlierer fest. Sein Vorschlag, träge und schmutzige Braunkohlekraftwerke auf Sicht aus dem Markt zu drängen, ist abgeschmiert. Argument ist vor allem der Arbeitsplatzerhalt. Insofern hat der Hinweis, Grünenpolitiker sollten sich lieber mal vor eine Konzernbelegschaft stellen, statt sich auf Twitter über die Beschlüsse auszulassen, einige Berechtigung. Trotz relativierender Behauptungen, das gehört zur Wahrheit dazu, kostet der Energiekonsens aber viel mehr Geld als ursprünglich vorgesehen. Schließlich hat sich CSU-Chef Horst Seehofer mit seiner mitunter irrwitzigen Blockadehaltung durchgesetzt. Er lässt in Bayern nun über weite Strecken Erdkabel verlegen. Derweil gab Umweltministerin Hendricks nur ein grünes Feigenblatt.

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