Neue Westfälische (Bielefeld)

Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Anhebung der Zuverdienstgrenze Eingeständnis WOLFGANG MULKE

Bielefeld (ots) - Die Rentner sollen sich die zum Leben notwendigen Euro doch bitte selbst dazu verdienen. So etwa lässt sich die Idee zusammenfassen, die Zuverdienstgrenzen für vorzeitige Ruheständler anzuheben. Damit gesteht die Koalition gleich zwei Dinge ein. Erstens reichen die Alterseinkommen für künftige Rentner oft nicht mehr zum Leben. Zweitens fehlt es an Ideen, wie der drohenden Ausbreitung von Altersarmut wirksam begegnet werden kann. Der Vorschlag hilft nur auf den ersten Blick weiter. Was soll schon falsch daran sein, wenn sich Frührentner mehr als bisher dazu verdienen können? Als Problemlösung gegen Altersarmut taugt das Instrument aber nicht. Die besonders davon gefährdeten Berufsgruppen steigen vorzeitig aus dem Berufsleben aus, weil sie kaputt sind. Allenfalls schlecht bezahlte, einfache Jobs sind da noch drin. Doch spätestens nach ein paar Jahren ist es auch damit vorbei und das Problem des geringen Einkommens wäre wieder da. Alle Schuld an der für viele prekären Entwicklung auf die Rente mit 67 zu schieben, hilft ebenso wenig. Das klingt nur plakativ und kommt am Stammtisch gut an.

Pressekontakt:

Neue Westfälische
News Desk
Telefon: 0521 555 271
nachrichten@neue-westfaelische.de

Original-Content von: Neue Westfälische (Bielefeld), übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Neue Westfälische (Bielefeld)

Das könnte Sie auch interessieren: