Kaufmännische Krankenkasse - KKH
Wenn die Sonne zur Gefahr wird: Hautkrebs nimmt zu
Wenn die Sonne zur Gefahr wird: Hautkrebs nimmt zu
KKH: weißer Hautkrebs fünfmal häufiger als schwarzer / Jeder Sonnenbrand kann das Risiko erhöhen
Hannover, 2. September 2026 – Ein langer Tag im Freibad oder im Garten und abends glüht die Haut rot: Sonnenbrand gilt für viele als lästiges, aber auf den ersten Blick harmloses Sommerübel. Dass er langfristig gefährlich werden kann, gerät dabei oft in Vergessenheit. Eine aktuelle Auswertung der KKH Kaufmännische Krankenkasse zeigt, dass die Zahl der von Hautkrebs Betroffenen deutlich gestiegen ist: 2024 waren deutschlandweit 28 Prozent mehr KKH-Versicherte aufgrund der Diagnose schwarzer Hautkrebs (malignes Melanom) in ärztlicher Behandlung als noch 2014. Diese Krebsart ist bösartig und potenziell lebensgefährlich. Noch stärker fällt der Anstieg beim weißen Hautkrebs (Basalzell- und spinozelluläres Karzinom) aus: Hier wurden 2024 rund 45 Prozent mehr Behandlungen registriert als zehn Jahre zuvor. Weißer Hautkrebs wächst in der Regel langsamer und bildet seltener Metastasen. Er gilt medizinisch als weniger gefährlich, ist gleichzeitig aber deutlich häufiger: Insgesamt behandelten Ärztinnen und Ärzte 2024 fast fünfmal so viele Patientinnen und Patienten mit weißem wie mit schwarzem Hautkrebs.
Die Zahlen zeigen, dass beide Krebsarten überdurchschnittlich häufig bei Menschen ab 55 Jahren auftreten. Beim weißen Hautkrebs ist unter den KKH-Versicherten zudem ein Geschlechterunterschied erkennbar: Bei Frauen stieg die Zahl der Betroffenen mit plus 53 Prozent deutlich stärker als bei Männern (plus 34 Prozent). Beim schwarzen Hautkrebs liegen Frauen und Männer näher beieinander (plus 30 bzw. plus 25 Prozent). Auch im Bundesländervergleich zeigen sich deutliche Unterschiede: Beim schwarzen Hautkrebs verzeichnete Sachsen von 2014 bis 2024 mit rund 83 Prozent den stärksten Zuwachs, gefolgt von Brandenburg (plus 50 Prozent) sowie Berlin und Bayern (beide plus rund 43 Prozent). Noch deutlicher fällt der Anstieg beim weißen Hautkrebs aus: In Sachsen hat sich die Zahl der Betroffenen in zehn Jahren verdoppelt, in Sachsen-Anhalt liegt das Plus bei 75 Prozent, in Thüringen bei rund 67 Prozent.
Sonnenschutz als Routine
„UV-Strahlung schädigt das Erbgut der Hautzellen. Der Körper kann zwar viele dieser Schäden reparieren, aber vor allem, wenn die Haut jahrelang immer wieder ungeschützt der Sonne ausgesetzt ist und sich die Schäden summieren, steigt das Risiko, an Krebs zu erkranken“, erklärt Aurelia Tegtmeyer, Ärztin bei der KKH. Sie rät deshalb zu umfassenden Schutzmaßnahmen: Direkte Sonneneinstrahlung und vor allem die Mittagssonne vermeiden, sich im Schatten aufhalten, lange, luftige Kleidung und Kopfbedeckung tragen sowie unbedeckte Hautstellen großzügig mit Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor eincremen. Entscheidend ist dabei die richtige Menge: Eine erwachsene Person benötigt etwa vier gehäufte Esslöffel Sonnencreme für den gesamten Körper. „Oft wird die Schutzwirkung von Sonnencremes aber überschätzt. Deshalb ist die Vermeidung starker UV-Strahlung sowie der Schutz durch Kleidung besonders wichtig“, erklärt die KKH-Ärztin. Hinzu kommt: Vielen ist nicht bewusst, dass UV-Strahlung auch durch Wolken dringt. Bei bewölktem Himmel ist die Haut also nicht automatisch geschützt. „Deshalb sollte Sonnenschutz zur alltäglichen Routine werden – unabhängig davon, ob die Sonne gerade sichtbar scheint oder nicht“, betont Aurelia Tegtmeyer.
Veränderungen ernst nehmen
Wichtig ist laut der Ärztin außerdem die regelmäßige Selbstbeobachtung: Wer Veränderungen bei Größe, Form oder Farbe eines Pigmentflecks bemerkt, sollte das zeitnah ärztlich abklären lassen. Besonders wachsam sollten Menschen mit heller Haut und vielen Pigmentflecken sein. Auch eine familiäre Vorbelastung oder eine berufsbedingt hohe Sonneneinstrahlung durch Arbeit im Freien erhöhen das Risiko. Gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren haben bisher Anspruch auf ein kostenloses Hautkrebs-Screening alle zwei Jahre. Um auch jüngeren Menschen die Vorsorgeuntersuchung zu ermöglichen, bezuschusst die KKH diese derzeit für 18- bis 34-Jährige. Weitere Informationen unter kkh.de/hautkrebsfrueherkennung.
Hintergrundinformationen
Die KKH Kaufmännische Krankenkasse hat anonymisierte Daten ihrer Versicherten zur Häufigkeit von bösartigen Neubildungen der Haut (C43 und C44 nach ICD-10) für die Jahre 2014 und 2024 ausgewertet. Bei rund 8.000 Versicherten wurde 2024 die Diagnose „schwarzer Hautkrebs“ dokumentiert, darunter rund 3.000 Männer und etwa 5.000 Frauen. Damit stieg der Anteil der Versicherten mit dieser Diagnose am Versichertenbestand von 2014 auf 2024 bundesweit insgesamt von 0,38 auf 0,49 Prozent. Bei etwa 38.000 Versicherten wurde 2024 „weißer Hautkrebs“ dokumentiert, darunter rund 15.000 Männer und etwa 23.000 Frauen. Insgesamt stieg der Anteil der Patientinnen und Patienten mit „weißem Hautkrebs“ am Versichertenbestand von 2014 auf 2024 bundesweit von 1,61 auf 2,32 Prozent. Mit rund 1,5 Millionen Versicherten, einem Haushaltsvolumen von rund 8,7 Milliarden Euro und rund 4.000 Mitarbeitenden zählt die KKH Kaufmännische Krankenkasse als eine der größten bundesweiten Krankenkassen zu den leistungsstarken Trägern der gesetzlichen Krankenversicherung. Nähere Informationen gibt es unter kkh.de/presse/portraet.
Beste Grüße KKH-Pressestelle
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