PHOENIX

Özdemir (Grüne): Kein Kuscheln mehr mit Gaddafi
Schröder (CDU) warnt vor Missbrauch des Asylrechts

Bonn (ots) - Bonn/Berlin, 21. Februar 2011 - Cem Özdemir, Bundesvorsitzender der Grünen, fordert Europa auf, sich im Umgang mit Ländern wie Libyen keine Doppelmoral mehr zu leisten. "Die EU-Länder müssen klar sagen: Kein Kuscheln mehr mit Gaddafi." In der PHOENIX-Sendung UNTER DEN LINDEN kritisierte er scharf die mangelnde Durchsetzungskraft der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton. "Sie wurde gewählt, damit sie die nationalen Regierungen nicht ärgert, weil sie machtlos ist, keinen Einfluss hat und nicht ernst genommen wird." Desweiteren forderte Özdemir eine vorausschauende Asylpolitik der EU. Die EU-Grenzschutzagentur Frontex dürfe nicht für die Abwehr von Flüchtlingen eingesetzt werden. "Wir müssen in den Ländern Nordafrikas dafür sorgen, dass die Menschen Existenzgrundlage haben und dort bleiben." Konkret verlangte er die Abschaffung der Exportsubventionen der Landwirtschaft, da diese die Lebensstandards vieler junger Menschen in Nordafrika verschlechtere und so bei diesen Fanatismus hervorrufe. Die aktuelle Flüchtlingsdiskussion in Europa bezeichnete Özdemir als kleingeistig, da in Nordafrika "gerade eine kleine Revolution stattfindet".

Ole Schröder, Parlamentarischer Staatssekretär beim Innenminister, hat mit Blick auf die Flüchtlingsproblematik auf der Insel Lampedusa vor einem Missbrauch des Asylrechts gewarnt. "Wir dürfen das Asylrecht nicht dazu benutzen, Zuwanderung in den Arbeitsmarkt zu organisieren." Wichtig sei, dass die Menschen, die ohne Asylgrund in die EU einreisen wollten, schnell in ihre Herkunftsländer zurückgeschickt würden - "ansonsten haben wir eine Sogwirkung." Es handele sich bei den Asylbewerbern häufig um Gutqualifizierte, die wichtig für die Demokratisierung in ihren Heimatländern seien. Zudem forderte Schröder: "Es ist wichtig, jetzt Signale zu setzen, damit es in diesen Ländern Perspektiven gibt. Jetzt, wo Demokratien entstanden sind, müssen wir uns stärker für den Außenhandel öffnen."

Pressekontakt:

PHOENIX
PHOENIX-Kommunikation
Pressestelle
Telefon: 0228 / 9584 190
Fax: 0228 / 9584 198
pressestelle@phoenix.de

Original-Content von: PHOENIX, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: PHOENIX

Das könnte Sie auch interessieren: