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30.08.2002 – 13:11

Greenpeace e.V.

Hochwasser-Schlämme in Sachsen erheblich mit Schwermetallen belastet / Greenpeace legt Ergebnisse der Untersuchungen vor

    Hamburg (ots)

Die von Greenpeace untersuchten Hochwasserschlämme
aus der Dresdener Innenstadt sind erheblich mit Schwermetallen
belastet. Nach den heute vorgelegten Ergebnissen überschreitet Arsen
mit 68 Milligramm pro Kilogramm Trockensubstanz den Wert, bei dessen
Erreichen eine Bodensanierung notwendig wird (50 Milligramm). Die
Werte von Blei, Cadmium, Chrom, Kupfer, Nickel, Quecksilber und Zink
gehen weit über die Vorsorgewerte hinaus: bei Cadmium um das
20-fache, bei Quecksilber um das 40-fache.
    
    "Die Werte belegen, dass die Schlämme Sondermüll sind. Sie müssen
gründlich aus Gebäuden und von öffentlichen sowie privaten Flächen
entfernt werden", sagt Manfred Krautter, Chemie-Experte von
Greenpeace. Kinderspielplätze, öffentliche Gebäude, Parkanlagen und
gartenbaulich genutzte Flächen müssen besonders sorgfältig gereinigt
und danach von den Behörden auf Schadstoffreste untersucht werden.
"Wenn die Werte immer noch zu hoch sein sollten, müssen die Flächen
weiter gereinigt oder eben stillgelegt werden."
    
    Greenpeace ließ auch die Giftwirkung der Schlämme auf Organismen
testen. Der Schlamm wirkt schwach toxisch auf Algen und Bakterien und
kann daher auch das Ökosystem in der Elbe und in den Böden gefährden.
    
    Im Umland von Meißen und Scharfenberg in Sachsen entnahm
Greenpeace Schlamm- und Bodenproben von Äckern. Auch wenn die
Belastung mit Schwermetallen dort meist niedriger ist als bei den
Schlämmen aus der Dresdener Innenstadt, sind die Werte kritisch:
Cadmium und Blei übersteigen die Werte, die ein Eingreifen
erforderlich machen, Quecksilber überschreitet den Vorsorgewert.
Diese Schlämme haben ebenfalls eine schwach toxische Wirkung auf
Organismen. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die
landwirtschaftliche Nutzung solcher Böden eingeschränkt werden muss.
Greenpeace fordert die Behörden in den Überflutungsgebieten auf,
umfassende und großräumige Untersuchungen einzuleiten.
    
    
ots Originaltext: Greenpeace e.V.
Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de


Achtung Redaktionen: Rückfragen bitte an Manfred Krautter, Tel.
040-30618-358. Dort erhalten Sie auch den Ergebnisbericht "Belastung
von Hochwasserschlämmen der Elbe mit Schadstoffen". Fotos von der
Probenahme unter Tel. 040-30618-376 od. -377. Internet:
www.greenpeace.de

Original-Content von: Greenpeace e.V., übermittelt durch news aktuell