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Greenpeace veröffentlicht Deutschlandkarte zu Gen-Mais-Feldern 2008
Wie im Vorjahr bleibt Anbau von Gen-Mais in Deutschland die Ausnahme

Hamburg (ots)

Ab sofort kann auf einer Deutschlandkarte auf den
Internetseiten von Greenpeace nachgesehen werden, wo genau in 
Deutschland Gen-Mais angebaut werden soll. Als Grundlage dienen die 
im Standortregister des Bundesamtes für Verbraucherschutz und 
Lebensmittelsicherheit (BVL) veröffentlichten Daten. Bis letzten 
Freitag waren dort 4342 Hektar angemeldet. Dies sind 671 Hektar mehr 
als genau vor einem Jahr. Für diese Fläche erhalten die Gen-Bauern 
finanzielle Zuschüsse von der EU. Nach Berechnungen von Greenpeace 
belaufen diese sich auf etwa 1,2 Millionen Euro. Eine von Greenpeace 
in Auftrag gegebene repräsentative Umfrage zeigt, dass rund 70 
Prozent der Bevölkerung Subventionen für den Anbau von 
genmanipulierten Pflanzen ablehnen.
"Die Prognosen der Gentechnik-Industrie sind nicht eingetreten", 
sagt Ulrike Brendel, Gentechnik-Expertin von Greenpeace. "Die 
angemeldete Fläche für Gen-Mais hat sich im Vergleich zum letzten 
Jahr nicht dramatisch ausgeweitet. Auch in diesem Jahr wird der Anbau
von Gen-Mais die Ausnahme bleiben und konzentriert sich auf einige 
wenige Landwirte und Regionen".
Allein der Landwirt Jörg Piprek aus Hohenstein/Brandenburg hat in 
diesem Jahr 519 Hektar Gen-Mais zum Anbau angemeldet, dies sind 12 
Prozent der Gesamtfläche. Dafür wird er mit rund 133.000 Euro von der
EU bezuschusst. "Während der Anbau des riskanten Gen-Maises in 
anderen EU-Ländern wie beispielsweise Frankreich wegen 
Sicherheitsbedenken verboten ist, werden Gen-Bauern in Deutschland 
beim Anbau der riskanten Saat sogar finanziell belohnt. 
Bundeslandwirtschaftsminister Seehofer (CSU) handelt fahrlässig, wenn
er den Anbau von Gen-Mais nicht auch in Deutschland verbietet", sagt 
Brendel.
In den vergangenen Jahren hat sich gezeigt, dass nicht auf der 
gesamten registrierten Fläche Gen-Mais angebaut wird. Im Jahr 2007 
wurden auf rund 1.000 Hektar weniger Gen-Mais angebaut, als zunächst 
im Standortregister angemeldet waren. Felder, auf denen Gen-Mais 
angebaut werden soll, müssen bis drei Monate vor der Aussaat gemeldet
werden. Ob sich jedoch alle Landwirte an geltendes Recht halten und 
ihre Gen-Felder melden, ist unklar. Vergangenes Jahr deckte 
Greenpeace den illegalen Anbau von Gen-Mais auf. Der Gen-Bauer Piprek
hatte auf einem Acker genmanipulierten Mais gepflanzt, ohne die 
Fläche anzumelden.
Mit über 120 Hektar angemeldeter Fläche im Raum Würzburg/Bayern, 
wird 2008 erstmals auch in Westdeutschland von Landwirten kommerziell
Gen-Mais angebaut. Bisher beschränkte sich der Anbau von Gen-Mais in 
den westlichen Bundesländern auf Sortenversuche oder Versuchsanbau 
von staatlichen Einrichtungen oder der Gentechnik-Industrie. Dabei 
ist die Ablehnung der Gentechnik in Bayern besonders stark. 
Zahlreiche bayerische Landwirte sind aktiv und haben sich in über 45 
Initiativen zu "gentechnikfreien Regionen" zusammen geschlossen. Auch
die Kreisobmänner des Bayerischen Bauernverbandes lehnen in einem 
gemeinsam veröffentlichten Statement den kommerziellen Anbau von 
Gen-Pflanzen ab.
Achtung Redaktionen: Rückfragen bitte an Ulrike Brendel, Tel. 
0171-8780 844, oder Pressesprecher Patric Salize Tel. 0171-6035 532. 
Die Anbaukarte finden Sie im Internet unter: 
www.greenpeace.de/gen-mais-karte.

Original-Content von: Greenpeace e.V., übermittelt durch news aktuell

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