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Mittelbayerische Zeitung: Kommentar von Christine Strasser zu Roma/Armut/Zuwanderung

Regensburg (ots) - Das grundlegende Problem ist die Armut. In Ländern mit einer Arbeitslosigkeit von mehr als 30 Prozent herrscht bittere Armut. Dass Menschen ihre Heimatländer verlassen, weil sie dort nicht überleben können, kann man ihnen nicht vorwerfen. Sie hier menschenwürdig zu behandeln, gebietet die Menschenwürde, aber auch die Vernunft. Deutschland wird die Armutszuwanderung nicht verhindern können. Mehr Kontrollen, mehr Abschiebungen bewirken nichts. Diese Maßnahmen verpuffen. Italien hat das versucht. Frankreich ebenfalls. Die Behörden haben die Roma an die hinterletzten Stadtränder verdrängt. Im Grunde haben sie versucht, die Armen wegzuekeln. Aber die Roma sind zurückgekommen, immer wieder. Denn auch wenn es sich hier mehr schlecht als recht lebt, ist das immer noch weitaus besser als zuhause. Wer will, dass sich in Deutschland keine Slumverhältnisse ausbreiten, muss die Türen öffnen. Das bedeutet nicht, dass Deutschland "das Sozialamt der ganzen Welt" werden muss. Es bedeutet, dass wir Zuwanderern ein Leben bei uns in Würde ermöglichen müssen. Das kostet Geld. Aber wir würden sehen, dass es hilft. Bei Geldern aus den Sozialfonds, die nach Bulgarien oder Rumänien fließen, ist das anders. Um nicht missverstanden zu werden: Es ist lobenswert, wenn die EU versucht, die Verhältnisse in den Ländern vor Ort zu verbessern. Aber in erster Linie klingt das nur gut, weil wir diese Aufgabe unterschätzen. In Wahrheit ist es eine Herkulesaufgabe.

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