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Waldbrandgefahr in der Döberitzer Heide: So bereitet sich die Heinz Sielmann Stiftung auf den Ernstfall vor

Waldbrandgefahr in der Döberitzer Heide: So bereitet sich die Heinz Sielmann Stiftung auf den Ernstfall vor
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Waldbrandgefahr in der Döberitzer Heide: So bereitet sich die Heinz Sielmann Stiftung auf den Ernstfall vor

Die durch den Klimawandel zunehmenden Trockenperioden erhöhen auch das Brandrisiko auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz westlich von Berlin. Löscheinsätze sind in dem größtenteils noch immer unter Munitionsverdacht stehenden Gebiet schwierig und gefährlich. Die Heinz Sielmann Stiftung hat deshalb eine ganze Reihe an Maßnahmen umgesetzt, um die Gefahr einzudämmen und im Brandfall vorbereitet zu sein.

Erst Ende Juli hat ein Flächenbrand nur wenige Meter vom Sielmanns Natur-Erlebniszentrum in Elstal entfernt gezeigt, wie schnell es ernst wird. Eine rund 1,2 Hektar große Fläche in der sogenannten Holzhof-Heide geriet in Brand. Die Einsatzkräfte der örtlichen Feuerwehr waren binnen Minuten vor Ort, durften die Munitionsverdachtsfläche jedoch aus Sicherheitsgründen nicht betreten.

Nach rund drei Stunden war das Feuer schließlich eingedämmt und von sicherer Position aus gelöscht – auch dank tatkräftiger Unterstützung von Mitarbeitenden der Heinz Sielmann Stiftung, des benachbarten Naturschutz-Fördervereins Döberitzer Heide e.V., des Landwirtschaftsbetriebs Döberitzer Heide-Galloways und Helfenden von Karls Erlebnisdorf, die mit eigenen Wassertankfahrzeugen anrückten.

Klimawandel und Munitionsbelastung sind enorme Herausforderungen

„Nur dank des beherzten und solidarischen Zusammenwirkens aller Beteiligten konnte Schlimmeres verhindert werden. Menschen und Tiere sind glücklicherweise nicht zu Schaden gekommen“, sagt Jochen Paleit, Vorstandsvorsitzender der Heinz Sielmann Stiftung. Er war am Brandtag selbst vor Ort und begleitete die Löscharbeiten. „Es hat nicht viel gefehlt und der Brand wäre auf das Gelände des Natur-Erlebniszentrums übergegriffen. Wir hatten Glück im Unglück“, berichtet Paleit.

Der Vorfall zeigt einmal mehr, wie akut die Wald- und Vegetationsbrandgefahr ist und wie schwer sich Löscharbeiten in der Döberitzer Heide gestalten können. Rund 300 Jahre lang wurden hier militärische Übungen abgehalten und tonnenweise Munition im Boden hinterlassen, bevor die Döberitzer Heide vor rund 30 Jahren zum Naturschutzgebiet wurde. Große Teile gelten bis heute als Flächen mit Munitionsverdacht. Für die Feuerwehren im Umland bedeutet das eine eingeschränkte Befahrbarkeit mit Löschfahrzeugen, denn der Eigenschutz der Einsatzkräfte hat immer Vorrang.

Stiftung investiert viel in vorbeugenden Waldbrandschutz

„Es fehlt einfach immer häufiger an Niederschlag. In der ausgetrockneten Landschaft steigt das Risiko für Brände drastisch. Da sich die Situation mit dem Fortschreiten der Klimakrise eher noch verschlechtern wird, setzen wir auf Prävention und schnelle Einsatzbereitschaft im Brandfall“, erklärt Peter Nitschke, Gebietsbetreuer der Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide.

In den vergangenen Jahren hat die Heinz Sielmann Stiftung deshalb viel investiert, um für den Ernstfall gewappnet zu sein. Innerhalb des Naturschutzgebiets unterteilt ein ausgedehntes Netz aus Wegen die gesamte Fläche in kleinere Abschnitte, wie ein Mosaik. Brennt es in einem Sektor, kann von den Wegen aus gelöscht oder bewässert werden, oder das Feuer läuft aus. Dazu gehören die ausgewiesenen Waldwege und Trassen, beräumte Schneisen und landwirtschaftliche Kontrollwege. Sie sind mindestens oberflächennah oder sogar in der Tiefe munitionsberäumt und werden regelmäßig von brennbarer Biomasse befreit, um die Brandlast zu verringern. Zukünftig soll zusätzlich ein Brandschutzstreifen rund um die Kernzone entstehen.

Zusätzliche Löschwasserstellen eingerichtet

Die für die Feuerwehren nutzbaren Zufahrten und Wege sind in einer Brandschutzkarte festgehalten, die den Behörden und allen Wehren der Region vorliegt. Dort sind auch die Löschwasserentnahmestellen, Tiefenbrunnen und natürliche Gewässer verzeichnet, an denen die Feuerwehr ihre Technik schnell anschließen kann. Insgesamt wurden in den vergangenen Jahren in enger Abstimmung mit dem Landesbetrieb Forst und den Naturschutzbehörden sechs neue Stellen eingerichtet. Sie sind rund um die Heide verteilt und dienen auch dem Schutz der Infrastruktur, vor allem im nördlichen Bereich der Döberitzer Heide in Richtung Bundesstraße, aber auch im Bereich Krampnitz. Im Rahmen der forstlichen Förderung zum vorbeugenden Waldbrandschutz wurden dafür etwa 300.000 Euro investiert.

Auch ein alter Feuerlöschteich am Plettenberg wurde wieder instandgesetzt, damit im Brandfall zusätzliches Löschwasser zur Verfügung steht. Das mehr als 300.000 Liter fassende Becken wird seither kontrolliert und bei Bedarf aufgefüllt. Finanziert wurde die Sanierung über ein Spendenprojekt der Heinz Sielmann Stiftung.

Brandschutz und Naturschutz gehen Hand in Hand

Der Löschteich hat eine Doppelfunktion. An den Teich schließt eine 50 Zentimeter tiefe, rund drei Quadratmeter große Wildtiertränke an. Eine strukturierte Folie und flache Ausstiegshilfen sorgen dafür, dass auch kleine Tiere sicher wieder herausfinden. In trockenen Sommern ist das keine Nebensache: Auch Wildtiere haben an heißen Tagen einen erhöhten Wasserbedarf und sind auf verlässliche Wasserquellen angewiesen. So schützt dieselbe Anlage im Sommer die Tiere vor Durst und im Ernstfall die Fläche vor dem Feuer.

Die Beweidung mit großen Pflanzenfressern in Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide ist ebenfalls Teil der Vorsorge. Pferde, Wisente und Rothirsche fressen innerhalb der Kernzone Biomasse auf der Fläche und tragen so dazu bei, die Brandlast zu reduzieren. Gleiches gilt für die Nutztiere außerhalb der Kernzone. Brandschutzstreifen, Schneisen, Trassen und Wege haben neben der Schutzfunktion außerdem einen hohen ökologischen Wert. Sie verbinden Ökosysteme miteinander und bieten seltenen Pflanzen, Insekten und Vögeln einen Lebensraum.

Waldbrände verhindern: Besucherinnen und Besucher in der Pflicht

„Wir investieren kontinuierlich in den vorbeugenden Waldbrandschutz und arbeiten eng mit Feuerwehren und Behörden zusammen. Trotz aller Vorsorgemaßnahmen bleibt die Gefahr eines größeren Wald- und Vegetationsbrandes in der Döberitzer Heide aber hoch“, mahnt Nitschke und appelliert: „Umso wichtiger ist es, dass alle Besucherinnen und Besucher mithelfen, Brände gar nicht erst entstehen zu lassen.“

Die meisten Wald- und Flächenbrände entstehen durch fahrlässige oder vorsätzliche Brandstiftung. Achtlos weggeworfene Zigaretten glimmen in trockenem Gras minutenlang weiter. Auch heiße Motorkomponenten von Autos können Brände auslösen. Deshalb ist das Parken nur auf ausgewiesenen Parkplätzen gestattet, das Befahren der Heide für unberechtigte Personen verboten. In der Heide gilt: nicht rauchen, kein Feuer, keinen Müll zurücklassen. Wer Rauch bemerkt, wählt sofort die 112 und beschreibt den Standort so genau wie möglich.

Mehr über Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide erfahren Sie hier.

Pressefotos

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Nora Künkler
Freie Redakteurin
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
i.A. der Heinz Sielmann Stiftung
Mobil: +49 16097084000
E-Mail: fokusnatur@posteo.de

Web: www.sielmann-stiftung.de

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