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Neues Deutschland: Zu neues Prügel-Video aus dem Irak

    Berlin (ots) - Die »brutalen Vorgänge« in dem Video aus dem Irak seien zu verurteilen, heißt es aus dem Verteidigungsministerium in London. Zu sehen sind vier junge Männer, die von britischen Soldaten verprügelt werden. Wären die Jungen an einem Checkpoint erschossen worden, hätte kaum ein Hahn danach gekräht. Dieser »brutale Vorgang« wäre kaum offiziell verurteilt worden, hätte es sich doch vermutlich um Selbstschutz der Soldaten vor potentiellen Selbstmordattentätern gehandelt. Nun sorgt man sich, ob die dreieinhalb Minuten Film für Nachschub in Sachen islamischer Unmut im anhaltenden Karikaturenstreit dienen könnte. Als ob es sich um ein neues Phänomen handeln würde, wenn auf das Konto der »Koalitions«-Streitkräfte am Tigris Misshandlungen gehen. Die britische Armee jedenfalls hat eine gründliche Untersuchung des Vorgangs angekündigt. Schon jetzt sei aber klar, dass es sich höchstens um eine »winzige Zahl« verdorbener Elemente in ihren Reihen handele. Doch wen wundert es, wenn Angehörige einer Berufsgruppe, die zum Töten auf Befehl ausgebildet sind, einen Hang zur Gewalt aufweisen? Das erklärt nämlich auch, warum eine anscheinend große »winzige Zahl« Soldaten sich mit voyeuristischer Freude das »geheime Heimvideo« herumreichte. Die Militärgerichtsbarkeit wird wohl nur die Täter suchen. Die vier Prügelopfer interessieren keinen. Sie dürfen die Schläge als Lehrgeld für den Segen der Demokratisierung verbuchen.

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