Alle Storys
Folgen
Keine Story von nd.DerTag / nd.DieWoche mehr verpassen.

nd.DerTag / nd.DieWoche

"nd.DerTag": Im Namen der Mehrheit - Kommentar zum wachsenden politischen Druck in Richtung Sozial­abbau

Berlin (ots)

Falls sich jemand gefragt haben sollte, wie Sozialabbau praktisch aussieht: Mit der schwarz-roten Bundesregierung unter Kanzler Merz kann man das exemplarisch erleben. Das Bürgergeld soll abgewickelt und in eine Grund­siche­rung mit verschärften Bedingungen umgewandelt werden; das Deutschlandticket wird teurer; die Rente soll reformiert, also die Altersabsicherung stärker privatisiert und dem Solidarprinzip entzogen werden. Es geht um die Ausweitung von Arbeitszeiten, Einschränkungen bei der Gesundheitsversorgung und eine Kampagne gegen Teilzeitarbeit.

Wie immer werden der­artige Vorstöße in klagendem Ton über die leider fehlenden Finanzen vorgetragen. "Wir" könnten uns den derzeitigen Sozialstaat nicht mehr leisten, predigen der Bundeskanzler und seine Sprechpuppen, wobei mit "wir" natürlich nicht die Bürger gemeint sind, sondern die Wirtschaft und die Rüstungslobby. Das Militär-Sondervermögen verschlingt Unsummen, und die Wirtschaftsverbände haben keine Lust auf Sozialklimbim. Deshalb durfte jetzt Arbeitgeber-Präsident Rainer Dulger in der "Bild"-Zeitung wieder einmal Steuer­senkun­gen und niedrigere Sozialausgaben verlangen.

Schlecht getarnt wird das als Plädoyer für die vom Staat geknechteten Arbeitnehmer; tatsächlich wären die Unternehmen und die Reichen und Superreichen die Hauptprofiteure. Vorschläge wie der einer Vermögensteuer - erst am Freitag von der Linken konkret durchgerechnet vorgestellt - oder einer höheren Besteuerung großer Erbschaften, wie kürzlich von der SPD ins Spiel gebracht, hassen sie dagegen wie die Pest.

Dulger beschwert sich auch darüber, dass "Reformen" wie die Rücknahme des Rechts auf Teilzeitarbeit "in einem populistischen Re­flex mit Blick auf die Landtagswahlen zurückgewiesen" würden. Das mag für die Wahlkampftaktik von Parteien wie der CDU zutreffen. Es gibt aber ungeachtet dessen sehr gute Gründe, sich den von Dulger gewünschten und von Merz angekündigten Reformen (treffender wäre: Grausamkeiten) prinzipiell zu widersetzen. An diesem Widerstand sollten sich alle beteiligen, für die ein funktionierender, nicht zusammengekürzter Sozialstaat lebensnotwendig ist. Und das ist die große Mehrheit.

Pressekontakt:

nd.DerTag / nd.DieWoche
Redaktion

Telefon: 030/2978-1722

Original-Content von: nd.DerTag / nd.DieWoche, übermittelt durch news aktuell

Weitere Storys: nd.DerTag / nd.DieWoche
Weitere Storys: nd.DerTag / nd.DieWoche
  • 04.02.2026 – 18:02

    DSV-Sportvorstand Wolfgang Maier kritisiert Olympia-Konzept: "Das IOC bestimmt alles"

    Berlin (ots) - Kurz vor der Eröffnung der Olympischen Winterspiele am Freitag in Mailand und Cortina d'Ampezzo hat Wolfgang Maier, der Sportvorstand des Deutschen Skiverbandes (DSV), das Konzept des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) mit insgesamt sieben Austragungsorten kritisiert. Die Spiele seien "in lauter Einzel-Weltmeisterschaften zerlegt", bemängelte ...

  • 04.02.2026 – 17:48

    "nd.DerTag": Selektive Wahrnehmung - Kommentar zum Jahresbericht von Human Rights Watch

    Berlin (ots) - Die Arbeit von Menschenrechtsverteidigern wie Amnesty International und Human Rights Watch (HRW) ist in diesen Zeiten nicht hoch genug einzuschätzen. Gerade die klare Positionierung beider Organisationen gegenüber Israels Kriegsverbrechen an der Zivilbevölkerung im Gazastreifen könnte ganz konkreten Einfluss auf die Einschätzungen des ...