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neues deutschland: Slawjansk

Berlin (ots) - Ein »großer Sieg«, wenn auch »kein totaler«, jubelte die neue Obrigkeit in Kiew über die »Befreiung« der ostukrainischen Stadt Slawjansk. Die »Terroristen« hätten für die Missachtung der Waffenruhe ihre »verdiente Strafe« erhalten, freute sich der Präsident und Oberkommandierende. Schoko-Oligarch Poroschenko will den »unvollständigen Sieg« mit noch mehr Krieg vollenden. Dann wäre wohl jene Zeit für sein Feuerwerk, die jetzt »noch nicht gekommen« sei. Doch solche Siege lösen kein Problem. Sie machen nach dem Kiewer Umsturz den selbstherrlich-provokanten Umgang der Sieger mit den Verlierern nicht ungeschehen, heben die fundamentalen Fehler nicht auf. Den alten Problemen fügen sie neue hinzu. Der Grundkonflikt der Ukraine bleibt ihre innere Zerrissenheit zwischen Ost und West und die äußere zwischen Russland und der EU. Der wird ohne ernsthafte Zuwendung, langwierige Verhandlungen und schmerzliche Zugeständnisse nicht zu überwinden sein. Das wird im Siegesrausch aber offenbar für überflüssig gehalten - selbst wenn ernst zu nehmende Staaten darauf drängen. Sogar der gern und nicht jederzeit zu Unrecht gescholtene Präsident Putin sieht sich wegen Abkehr vom bewaffneten Kampf des Vorwurfs eines Wortbruchs ausgesetzt. Wenn sich aber die prorussischen Milizen verraten fühlen - und es wohl auch sind -, kann das als ein sicherer Hinweis darauf gelten, dass Gespräche einige Aussicht auf Erfolg hätten.

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