Alle Storys
Folgen
Keine Story von nd.DerTag / nd.DieWoche mehr verpassen.

nd.DerTag / nd.DieWoche

neues deutschland: BMW-Spende an CDU: Gekaufte Politik

Berlin (ots)

Erinnern Sie sich noch, wie Schwarz-Gelb vor vier Jahren ins Amt startete? Damals waren Spenden eines Hotelbetreibers an die FDP bekannt geworden, kurz nachdem sich die Koalition auf eine Steuersenkung bei Hotelübernachtungen geeinigt hatte. Von Klientelpolitik war die Rede, von gekauften Entscheidungen. Nun hat die CDU von BMW-Großaktionären fast 700 000 Euro erhalten. Die hinter dem Konzern stehenden Familien gehören schon länger zu den Hauptspendern bestimmter Parteien und die CDU bekam nach Wahlen auch schon mehr Geld aus diesen Kanälen. Doch das macht die Sache ja nicht besser. Erstens bleibt der Eindruck, dass die Zahlungen so terminiert wurden, dass nicht im Wahlkampf ein schlechtes Licht auf die ach so beliebte Kanzlerin fiel. Allzu enge Nähe zu den Lobbyisten des Kapitals goutiert der Wähler längst nicht mehr. Zweitens stellt sich die Frage, inwieweit man es hier mit einer Prämie für die Blockade von strengeren EU-Abgasnormen durch die Bundesregierung zu tun hat. Es ist nicht zuletzt der BMW-Konzern, der davon profitiert. Drittens ruft die Spende in Erinnerung, wie eng das System mit der Autolobby verbunden ist: Branchenvertreter waren seit 2009 über 30 Mal direkt bei Merkel zu Besuch. Und nun? Die Warnungen vor der demokratiegefährdenden Macht millionenschwerer Einzelinteressen dürfen nicht mehr folgenlos bleiben. Ein Verbot von Parteispenden durch Unternehmen darf nicht länger blockiert werden. Sonst beginnt auch noch die übernächste Legislaturperiode mit einem Mövenpick-Fall.

Pressekontakt:

neues deutschland
Redaktion

Telefon: 030/2978-1715

Original-Content von: nd.DerTag / nd.DieWoche, übermittelt durch news aktuell

Weitere Storys: nd.DerTag / nd.DieWoche
Weitere Storys: nd.DerTag / nd.DieWoche
  • 14.10.2013 – 18:14

    neues deutschland: Rentenentwicklung: Vorsorge schützt vor Armut nicht

    Berlin (ots) - Das Wort Rente hat inzwischen einen negativen Beiklang. Vor einigen Jahrzehnten noch oft in der Wendung »sich auf die Rente freuen« gebraucht, wird es derzeit vor allem in Verbindung mit Armut verwendet. Von der Bedeutung des zugrunde liegenden lateinischen Verbs reddere - jemandem etwas wiedergeben oder erstatten - ist kaum etwas geblieben. Selbst wer ...

  • 13.10.2013 – 18:16

    neues deutschland: zur Flüchtlingspolitik

    Berlin (ots) - Wenn das Entsetzen über gekenterte Flüchtlingsboote Wellen schlägt, scheint es ein mutiges Grundbedürfnis von rechter Seite zu sein, über »Berufsmoralisten« zu lächeln. Es könne sich ja gar nichts ändern, weil es eine Pflicht der Staaten gebe, ihre Bevölkerung - um des sozialen Friedens Willen - vor Überforderung zu bewahren. Es sei fahrlässig, ihr das Leid der Welt aufzubürden. Und wirklich ...

  • 11.10.2013 – 17:41

    neues deutschland: Friedensnobelpreis 2013: Anerkennung und Appell

    Berlin (ots) - Tatsächlich lässt sich monieren, dass der Friedensnobelpreis zuletzt allzu häufig an Institutionen und Politiker gegangen ist, die per se beauftragt sind, unsere Welt sicherer zu machen. Und nicht an Aktivisten und Bewegungen, die sich unter oft schwierigen, ja lebensgefährlichen Bedingungen gegen Krieg und Menschenrechtsverletzungen dort engagieren, ...