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Neues Deutschland: zum niedrigen Krankenstand in Deutschland

    Berlin (ots) - Was sind wir doch für ein gesundes Land - zumindest, wenn man den Statistiken glaubt. Noch nie waren so wenige Menschen krank wie heutzutage, stellt das Bundesgesundheitsministerium fest. Genauer gesagt: krank geschrieben. Im Allgemeinen wird das auf die Situation auf dem Arbeitsmarkt zurückgeführt: Die Leute haben Angst, ihren Arbeitsplatz zu verlieren, heißt es. Doch das geht am Kern des Problems vorbei. Die Faktoren heißen Umstrukturierung der Arbeitswelt, begünstigt von Pflichtbewusstsein, Solidarität  und protestantischem Arbeitsethos, wie es der Soziologe Max Weber einst beschrieben hat. Auf immer weniger Schultern verteilt sich das Arbeitspensum, das eine Abteilung, ein Unternehmen zu bewältigen hat. Wer die Kollegen bis zum Umfallen schuften sieht, will ihnen die eigene Bürde nicht auch noch aufladen. Schnell fühlt man sich unentbehrlich, glaubt, dass alles zusammenbricht, wenn man nicht da ist. Wer kann es sich heutzutage noch leisten, krank zu werden? Außerhalb der Urlaubszeit, wohlgemerkt. Noch schlimmer ergeht es den Leiharbeitern und Selbstständigen, deren Zahl immer mehr zunimmt. Im Krankheitsfall bleiben sie ohne Geld, wenn sie nicht teuer versichert sind. Schnell gehen  Aufträge flöten und Auftraggeber springen ab. Blauer Montag ade. Wir leben in einer Suchtgesellschaft, und die Krankheit Arbeitssucht ist besonders verbreitet. Von wegen gesund!

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