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Neues Deutschland: zum Tarifstreit bei der Bahn

    Berlin (ots) - Ganz normal soll es sein, wenn sich die Bahngewerkschaft Transnet ihren Alleinvertretungsanspruch tarifvertraglich besiegeln lässt und eine Klausel vereinbart, demzufolge die GDL keinen Vertrag bekommen soll. Ist das so? Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di befand sich unlängst in einer ganz ähnlichen Situation, als sich die Ärzte des Marburger Bundes aus dem Tarifvertrag des Öffentlichen Dienstes verabschiedeten und einen eigenen Vertrag durchstreikten. Es gab damals zwar auch viel böses Blut, Verbitterung und Spalter-Vorwürfe. Doch eine Exklusivitätsklausel, wie sie jetzt offenbar Transnet hat in den Vertrag schreiben lassen, ist ver.di dennoch nicht in den Sinn gekommen. Puren Organisations-Egoismus wirft Transnet-Chef Norbert Hansen jetzt den Lokführern vor. Natürlich ist daran etwas Wahres, denn mit Macht im Konzern lassen sich Forderungen besser durchsetzen als ohne. Wer es aber selbst nicht geschafft hat, die entsprechende Gehaltsgruppe wenigstens auf ein normales Angestellten-Niveau zu heben, braucht sich über Organisationskonkurrenz nun wirklich nicht zu wundern. Die Ärzte haben sich jedenfalls aus weit geringerem Anlass von ver.di gelöst als die GDL-Klientel von Transnet. Die Hansen-Doktrin fällt auf ihren Urheber zurück. Ein Betrieb, eine Gewerkschaft - das ist das eine. Aber kämpfenden Kollegen per Vertrag in den Rücken zu fallen - das ist etwas ganz anderes.

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