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NRZ: NRW-Kulturministerin Ute Schäfer stütz Programm "Jedem Kind ein Instrument".

Essen (ots) - Die Zukunft des Kunstförderprogramms "MUS-E" bleibt ungewiss. Vom NRW-Kulturministerium jedenfalls ist keine Rettung zu erwarten. Zwar lobte NRW-Kulturministerin Ute Schäfer (SPD) gestern ausdrücklich das Projekt, mit dem die vor der Insolvenz stehende Internationale Yehudi-Menuhin-Stiftung bisher über 11000 Schüler allein in NRW durch den Einsatz von Künstlern im Musik-, Tanz-, Theater-- und Kunstunterricht förderte; aber: "Das Land kann und wird keine Ausfallbürgschaften für in Finanznot geratene private Stiftungen übernehmen." Die Landesregierung habe bereits beim Programm "Jedem Kind ein Instrument" über seinen Schatten und in die Bresche springen müssen, erklärte die Ministerin. Da hätten im Etat von fest eingeplanten elf Millionen Euro Spendenmitteln zehn gefehlt. Die Landesregierung werde nun versuchen, "Jeki" zu sichern. Nicht, um durch Landesmittel fehlende Spendengelder zu ersetzen, sondern indem sie versuche, die Stiftung "auf feste Füße" zu stellen, um so den Fortbestand des fruchtbaren Förderprogramms zu garantieren. Positives hatte die Ministerin ("Ich habe keine Patentrezepte") von der Intendantenkonferenz zu berichten, die vor kurzem erstmals stattfand und von nun an regelmäßig den Austausch zwischen Ministerium und den Leitern der 18 theater- und orchestertragenden Städte in Nordrhein-Westfalen sichern soll. Das Land will, wie berichtet, die notleidenden kommunalen Theater mit 4,5 Millionen Euro zusätzlich fördern. Und dieses Geld werde auch fließen, unterstrich die Ministerin. Das Geld sei in den Kulturhaushalt eingestellt und von den Vorbehalten des Landesverfassungsgerichts gegen den NRW-Haushalt nicht berührt. "Wir haben keine kommunale Theaterkrise, sondern eine kommunale Finanzkrise", betonte Ute Schäfer. Ihr ist klar, dass die 4,5 Millionen aus Sicht der Theater wenig sind. Die träumen von einer jeweils 20-prozentigen Beteiligung des Landes. Das aber, so rechnete die Ministerin vor, würde sich auf rund 60 Millionen Euro zusätzlich summieren - die das Land bei aller Theaterliebe nicht übrig hat. Nun sollen die Intendanten Ideen für Lösungswege und womöglich neue Strukturen entwickeln, aber auch Kriterien, nach denen die Verteilung der 4,5 Millionen gerecht und segensreich zu bewerkstelligen wäre. Zusammen rund 4,8 Millionen zu verteilen haben indes der Regionalverband Ruhr und das Kulturministerium. Dabei handelt es sich um jeweils 2,4 Millionen Euro, die 2010 als Zuschüsse in das Kulturhauptstadtjahr flossen. Wohin die Mittel 2011 fließen werden, steht noch nicht fest. Fritz Pleitgen und Oliver Scheytt, die gestern an der Kulturausschusssitzung im Düsseldorfer Landtag teilnahmen, werden gewiss einige Anregungen gegeben haben. Klar scheint allein: "Ein neues Festival wird es nicht geben!"

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