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29.12.2006 – 19:59

Westfalenpost

Westfalenpost: Wir waren ein Land des Lächelns

    Hagen (ots)

Von Bodo Zapp Silvetserwunsch: Mehr Anlass zur Freude Wieder geht ein Jahr zu Ende: Das ist in jungen Jahren Grund zum Feiern. "Schon wieder" denkt man, wenn die Uhr des Lebens fortgeschrittener ist. Und feiert trotzdem - voller Hoffnung, dass uns die Zukunft Gutes beschert. Sind da nicht viele positive Zeichen? Ja, wenn man sie sehen will. Doch es bedarf des Zutuns jedes Einzelnen wie der Gemeinschaft, um aus 2007 das zu machen, was wir uns wünschen. Im persönlichen wie im politischen Bereich. Für unsere Zeitung war 2006 ein ganz besonderes Jahr. 60 Jahre WP, sechs Jahrzehnte Verbundenheit mit den Menschen in Südwestfalen: Der vielseitige Blick zurück im Stolz brachte uns und die Leser noch ein Stück näher zusammen. Wir wünschen und arbeiten daran, dass diese Partnerschaft an guten wie an schlechten Nachrichten-Tagen eng, erfolgreich und vertrauensvoll bleibt. Jahreswechsel - das war und ist die Zeit des Rückblicks und der Vorausschau. Mit etwas Abstand relativiert sich manche Aufgeregtheit zur Nebensache. Auch weniger glückliche Entwicklungen können im Nachhinein noch eine positive Wirkung haben, wenn daraus Lehren für die Zukunft gezogen werden. Nehmen wir die Gesundheitsreform: Der Reform-Ruf ist miserabel, die verbleibende Zeit zur Besserung muss genutzt werden. Wenn Wunsch-Vorstellungen schon nicht durchsetzbar sind, so sollte doch der Gerechtigkeits-Gedanke nicht vergessen werden. Mehr Lasten für die Versicherten in Nordrhein-Westfalen als für Krankenkassen-Mitglieder in Brandenburg oder Sachsen-Anhalt? Das Verständnis für die Fortsetzung der Ungleichheit würde sich in sehr engen Grenzen halten. Fakt ist: Das Zusammenwachsen der alten und neuen Bundesländer ist auch nach vielen Jahren des Einig-Deutschland nicht wirklich vollzogen. Die meisten "Westler" interessieren sich herzlich wenig für "drüben" - und umgekehrt. Vielen Menschen diesseits der Elbe gilt der Osten noch immer als zu oft wehklagende Region der versickernden Unterstützungs-Milliarden. Umgekehrt ist es eine gefühlte Benachteiligung, die fremdeln lässt. Dabei ist die Bundeskanzlerin das beste Beispiel für erlebten Wandel. Gestern noch Ostzone, morgen Europa-Präsidentin: Angela Merkel ist zur beherrschenden, international anerkannten politischen Figur des Landes geworden. An der Spitze der großen Koalition hat sie noch keine Grundlagen für mehrseitige Erwähnung in Geschichtsbüchern geschaffen, aber so schlecht wie mitunter beschrieben ist die Leistungsbilanz der CDU-Chefin nicht. Wenn der SPD-Vorsitzende Kurt Beck in Sachen Reformen auf der Populär-Klaviatur spielt ("Man darf de Leut nicht zuviel zumuten"), spricht das nicht unbedingt gegen Merkel. Denn notwendige Veränderungen wird auch Beck nicht verhindern können und wollen. Tatsächlich greift der volksnahe Pfälzer auf, was "Volkes Stimme" denkt: Reformen bitte mit Augenmaß. Und Luftholen muss auch sein. Äußerungen wie die von Arbeitsgeber-Präsident Hundt, dem Dauer-Forderer, nerven. Man sollte die Reform-Kirche im Dorf lassen. Dass bei den Reform-Bestrebungen im kommenden Jahr eine gewisse Beruhigung eintreten wird, hat ganz praktische Politikgründe. Die Bundesregierung, speziell die Kanzlerin, ist mit dem Vorsitz in der Europäischen Gemeinschaft und der Ausrichtung des G8-Gipfels der mächtigsten Staaten zeitlich stark gefordert. Falsch wäre es, aus der herausgehobenen deutschen Stellung eine bleibende Position der Stärke in der Welt abzuleiten. China, Indien, auf dem Energiesektor auch Rußland - das sind Mächte, deren Stärken immer deutlicher werden. Die Welt dreht sich nicht um Deutschland. Wir können allerdings ein starkes, erfolgreiches und weithin geschätztes Land sein. Es liegt auch an uns. Viele Sympathien haben wir im Sommer der Deutschlandfähnchen gewinnen können. Wir zeigten uns für wunderschöne Fußballwochen als Land des Lächelns. Warum lächeln wir 2007 nicht einfach weiter? Denn es gibt gute Gründe, froh zu sein in diesem Land. Probleme sind dazu da, bewältigt zu werden. Die nach Umfragen wieder positive Grundstimmung lässt hoffen. Packen wir es an.

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