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Westfalenpost: Skandal oder normal?
Kommentar von Martin Korte zur Ministerin Schulze Föcking

Hagen (ots) - Schön sind sie nicht, die Bilder aus dem Stall der neuen NRW-Landwirtschaftsministerin Schulze Föcking. Verletzte, blutende Ferkel in verdreckter Umgebung sieht niemand gern. Aus den Zuständen einen Skandal zu kreieren oder darin die erste Bewährungsprobe der Landesregierung zu sehen, geht jedoch deutlich zu weit. Ob die Verhältnisse auf dem Hof der Ministerin rechtswidrig sind, muss sich erst noch erweisen. Sie spiegeln allerdings die beklagenswerte Realität der Nutztierhaltung in Deutschland wider. Was Verbraucher ekelig finden, ist für viele Veterinäre und Landwirte leider Alltag. Selbstverständlich könnte es den Schweinen (und dem Geflügel) hierzulande deutlich besser gehen. Werden sie in Massen auf engem Raum gehalten, sind sie anfälliger für Krankheiten und Kanibalismus. Die Verbraucher könnten sich eigentlich denken, dass Tierwohl-Aspekte in den Hintergrund geraten, wenn das Kilogramm Schweinenacken an der Supermarkt-Theke 2,77 Euro kostet. Wenn Lebensmittel billig sein sollen, dann hat das Konsequenzen. Frau Schulze Föcking ist Teil des Systems. Allerdings hat sie es als neue Ministerin nun in der Hand, Vorbild zu sein und nicht nur auf die Zustände in ihrem eigenen Stall einzuwirken, sondern auf den Höfen in ganz NRW. Und auf die Kunden: Wer nicht bereit ist, für Fleisch mehr zu zahlen, muss sich über verletzte Ferkel nicht wundern.

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